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McDonnel Douglas F-4J Phantom II

Baubeschreibung  zum Tamiya-Modell im Maßstab 1:32 unter Verwendung des Eduard-Detailset, der Eduard-Express Mask und Microscale-Decals
von Michael Ullmann

Historie

Jetzt sitze ich hier vor einem leeren Bildschirm und fragen mich. was soll ich über die Phantom schreiben was nicht längst zu Papier gebracht wurde? Eigentlich gibt es da nichts mehr. Für alle aber die mehr über die Phantom und ihre Geschichte erfahren wollen empfehle ich die im Quellenverzeichnis aufgeführte Literatur. Worüber ich allerdings etwas schreiben kann ist eine kurze geschichtliche Zusammenfassung zur Staffel VFMA 235.  Warum baute ich mein Modell in den Markierungen der VFMA-235? Das liegt an der auffälligen Lackierung der Flugzeuge. Die Bugspitze ist rot lackiert und hat zahlreiche weiße Sterne drauf. Im Original und im Modell sieht diese Lackierung an einer F-4J sehr attraktiv aus. Oder was meinen Sie? Hier also die Historie der VFMA-235: Als VMSB-235 wurde die Einheit am 01 Januar 1943 zum ersten Mal, als Aufklärer-Bomber Staffel die mit Douglas SBD-5 Dauntless ausgerüstet war, aufgestellt. Die Einheit begann ihre Einsätze von Guadalcanal (Eine Insel die zum Archipel der Solomon Inseln im Südpazifik gehört). Nach vier Einsatzzyklen im Südpazifik kehrten die Flying Wolves (Unter diesem Namen waren sie damals bekannt) zur MCAS Miramar zurück und wurden am 10. November 1944 deaktiviert. Zwei Jahre später wurden die Death Angels als Teil der Reserve wieder aktiviert. In ihrem Einheitswappen trugen sie einen Todesengel mit einem Blut getränkten Schwert und dem Motto: “Ride Nunc” oder “Laugh Now”. Am 18. September 1950 wurde die VMFA-235 von ihrem Reservestatus entbunden und zu einer aktiven Einheit ernannt. Sie verlegte mit ihren F4U-4 Corsairs nach MCAS El Toro. In September 1952 begann für die Einheit das Düsenzeitalter mit der F9F-2 Panther. Zwei Jahre später erhielt die Einheit die FJ-2 Fury und verlegte nach NAF Atsugi, Japan. Die Death Angels erhielten Mitte 1956 die FJ-3M Fury und genau mit diesen Maschinen wurden der Staffel-Code der Einheit von WU zu DB geändert. Bis in den Januar 1957 verbleib die Einheit in Japan, und verlegte zwei Wochen später zur MCAS Cherry Point. In November 1957 verlegte die Einheit wieder nach MCAAS Beaufort, wo sie auf die F8U-1 Crusader umgerüstet wurde. In Februar 1962 erhielt sie die Allwetter F-8D Crusader und wurde umbenannt in VMF(AW)-235. Im Januar 1963 wurde die Einheit auf Null Personalstärke reduziert. Ein Jahr später wurden sie in Beaufort mit der F-8E ausgestattet. Auch die Death Angels nahmen am Vietnam Krieges teil. Am 01. Februar 1966 kamen sie in Da Nang an um die F-8E Crusaders der VMF(AW)-312 Checkerboards zu übernehmen. Innerhalb von 24 Stunden flog die Einheit Luftnahunterstützung und Interdiction-Missionen in Südvietnam. Im Juli wurde Da Nang mit 122mm Raketen angegriffen, dabei wurden zwei Death Angel Crusaders zerstört und ein dritter beschädigt. Während ihres Einsatzen in Vietnam flogen die Death Angels mehr als 6.000 Einsätze innerhalb von 7.000 Flugstunden. An 15. November 1966 übergaben die Death Angels ihre Crusaders an die Red Devils der VMF(AW)-232 und wurden der MAG-15 in Iwakuni, Japan, zugeordnet.

Die Death Angels kamen an 15. Februar 1967 nach Da Nang zurück und verbrachten beinahe 13 Monate im Kampf. An 11. Mai 1968 verlegte die VMF(AW)-235 nach Iwakuni zurück. Sie war zu dieser Zeit die letzte aktive Navy-Einheit die die F-8 Crusader flog. Die Death Angels wurden wieder auf Null Personalstärke reduziert und zu ihrer neuen Heimat, MCAS Kaneohe Bay, Hawaii, verlegt. An 06. September 1968 wurde die Einheit wieder aufgestellt und mit McDonnell Douglas F-4J Phantom II ausgestattet. Die Lancers der VMFA-212 wurden in April 1972 nach Vietnam befohlen. Die Death Angels unterstützten ihre Schwestereinheit indem sie einige von ihrem erfahrenen RIOs gegen unerfahrene Anfänger der Lancers tauschte sowie durch die Ausleihe von zwei ihrer Phantoms. In September 1977 fingen die Death Angels an, an einem sechs Monate dauernden Einheiten-Einsatz-Programm teilzunehmen, wodurch jede auf Kaneohe beheimatete F-4 Einheit (einschließlich VMFA-212 und VMFA-232) zusammen mit allem Personal und der Ausrüstung nach Japan verlegte. In November 1981 bekam die VMFA-235 die kampfwertgesteigerte F-4S, die Navy-Phantom II mit den Vorflügels der USAF-F-4E. In den folgenden Jahren nahm die VMFA-235 mit zahlreichen Auszeichnungen an Übungen teil. Im Februar 1989 verlegte die Death Angels zur Nellis AFB um als letzte aktive F-4-Navy-Einheit die Nutzung der Phantom II zu beenden (VMFP-3 beendete die Nutzung der RF-4 in 1990). Die Einheit erhielt Schulung auf der F/A-18 an den Standorten MCAS El Toro und NAS Lemoore, und erhielt die ersten F/A-18C im August 1989.

Mit der Irakischen Invasion von Kuwait in August 1990 wurden die Death Angels nach Bahrain geschickt. Sie flogen hierbei Combat Air Patrol Missions im nördlichen Persischen Golf zur Unterstützung der Operation Desert Shield. Am 17. Januar 1990 wurde die Operation Desert Shield zu Desert Storm. Death Angels-Piloten waren an den ersten Missionen in Irak beteiligt, und flogen  im Verlauf den nächsten 42 Tagen 800 Einsätze mit 1.500 Flugstunden. Die meisten Flugstunden, 1.032, wurden im Februar 1991 geflogen. Das war die höchste Flugstundenbelastung irgendeiner Navy-Einsitzer F/A-18 Einheit während einer 30-Tag-Periode. VMFA-235 verließ an 2 April 1991 den Golf und kam vier Tage und ca. 17.000 Kilometer später wieder in Kaneohe Bay an. In Februar 1994 verließ die Einheit, als letzte dort stationierte F/A-18 Einheit. Kaneohe Bay. Im August 1994 kehrten die Death Angel von ihrer WestPac zurück und verlegten nach MCAS El Toro. Dieser letzte Umzug war allerdings sehr kurzlebig, da die Basis geschlossen werden sollte. In August 1995 ersetzten die Death Angels die VMFA-212 bei WestPac und kehrten im Februar 1996 zu NAS Miramar zurück. Im Sommer 1999 wurde die VMFA-235 außer Dienst gestellt. Die Zeremonie fand am 14. Juni auf der Basis NAS Miramar statt. Das Personal und die Ausrüstung wurde auf andere Einheiten verteilt.

Das Modell

In der Preisklasse von über 100 € muß sich das Tamiya-Modell an strengen Maßstäben messen lassen. Dann wollen wir mal sehen was der Bausatz so alles enthält:

Der Karton und sein Inhalt

Der Karton ist entsprechend der Größe des Modells schlicht und einfach massiv. Gleichzeitig ist er aus stabilem Karton gefertigt. Der Karton ist so stabil, daß ich ihn nicht entsorgt habe, sondern als Karton für eine Airfix Fw 190 im Maßstab 1:24 benutzt habe, deren Karton im Laufe der Jahre schon reichlich mitgenommen worden war. Nach öffnen des Kartons erkennt man, daß er gut gefüllt ist. Dies liegt zum einen sicherlich an dem großen Rumpf, der als Novum im Modellbau aus einem Stück gefertigt wurde. Dieses große Teil ist auch noch aufwendig in Folien verpackt die die gelbe Tonne wieder gut füllen. Auf einen Pappträger sind die Reifen des Modells aus richtigem Gummi, sowie die Fahrwerksbeine aus Metall aufgebracht. Daneben finden wir noch insgesamt neun Gießrahmen die die Teile des Modells enthalten. Um sie zu schützen sind alle Gießäste sorgfältig in einzelne Plastiktüten verpackt. In einem kleinen Beutel befinden sich Schrauben und ein kleiner Kreuzschlitzschraubendreher für die Verschraubung der Fahrwerke und anderer Teile des Modells. Weiterhin enthält der Karton noch die Bauanleitung und die Decals. Tamiya hat seinem Bausatz wieder zwei Figuren mitgegeben. Diese Figuren sind ausgezeichnet modelliert und geben die beiden Besatzungsmitglieder sitzend auf ihren Schleudersitzen wieder. Und genau das ist das Problem: Was macht der Modellbauer der keine Pilotenfiguren in sein Modell will? Auf die Figuren ist nämlich das Gurtzeug modelliert, welches sich man bei der Modellierung der Sitze gespart hat. Für mich ein kleiner Wermutstropfen an diesem großartigen Modellbausatz. Ich hätte mir schon gewünscht als Wahlmöglichkeit ein Polster für den Schleudersitz zu erhalten, welches die Gurte aufmodeliert hat.

Die Bauanleitung

Die Bauanleitung ist ein kleines Heft welches in der Mitte mit Klammern geheftet ist. Es ist 20 Seiten stark. Die Bauanleitung ist viersprachig ausgeführt und beginnt mit einer ziemlich ausführlichen Historie über die F-4. Leider ist die deutsche Übersetzung der Historie, wie leider sehr häufig bei japanischen Produkten, nicht besonders gelungen. Oder was halten sie von diesem Satz: ..., herrschte doch die Phantom II auf der gesamten Welt bis in die 80er Jahre für das westliche Bündnis als Wächter am Himmel.” Tolles Deutsch? Die englische Historie ist da weitaus besser.
Nach den heutzutage aufgrund der Produkthaftungs-Gesetze üblichen Sicherheitshinweisen beginnt die Bauanleitung mit brauchbaren Hinweisen zum Bau des Modells. Sie macht gleich am Anfang den Versuch den Modellbauer mit Hinweisen zur Lackierung des Modells zu versorgen, leider mißlingt dieser Versuch weil die Farbangaben sich nur auf die Tamiya Acrylmodellbaufarben beziehen und keine Angaben über die FS-Nummern machen. Auch hier muß ich dem ambitionierten Modellbauer empfehlen sich mit reichlich Referenzen zu versorgen damit er sich über die Schwächen der Bauanleitung hinweg retten kann. Am Ende habe ich die von mir benutzten Referenzen aufgeführt, vielleicht sind darin Bücher enthalten die dem einen oder anderen unbekannt sind. 

Die Decals

Zur Zeit gibt es von Tamiya zwei Bausätze der F-4J: Navy #60306 und Marine Corps #60308.
Unterschiedlich sind bei beiden Bausätzen, neben ein paar zusätzlichen Teilen aus dem USAF F-4C Bausatz, die Decals. Diese beiden verschiedenen Decals unterscheiden sich in einem entscheidenden Punkt: In der Qualität! Im früher erschienenen Bausatz #60306 sind die Decals von Scale-Master, besser bekannt unter der Produktbezeichnung Invisa-Clear, auf kaum sichtbarem, dünnem Trägerfilm. Dieser Trägerfilm paßt sich ausgezeichnet der Modelloberfläche an und reagiert gut auf meinen bevorzugten Weichmacher Mr. Mark Softer von Gunze. Die Decals des Bausatzes 60308 (Marines) sind von Tamiya selbst hergestellt. Der Trägerfilm ist dick und deutlich sichtbar. Außerdem reagieren große Decals, wie die Walk-Way-Markierungen, absolut verhängnisvoll mit meinem Weichmacher. Diese Decals bekommen beim abtrocknen mäanderförmige Falten. Trotz einiger Versuche, die keinerlei Veränderung herbeiführten, mußte ich die Decals vom Modell wieder entfernen. Da es hier um die Walk-Way Markierungen ging boten die beiden Bausätze genügend Ersatz. Ich denke, daß ist trotzdem schlecht wenn jemand die Decals des Bausatzes benutzen möchte und die gleiche unliebsame Erfahrung macht wie ich.

Das Eduard Photoätz-Detailset 32-041

Da ich mein Modell ohne die dem Tamiya-Bausatz beiliegenden Piloten bauen wollte, brauchte ich die diesem Set beiliegenden Gurtnachbildungen. Natürlich habe ich auch fast alle anderen diesem Set beiliegenden Teile benutzt. Das Cockpit gewinnt erheblich durch die Verwendung der Instrumente aus Mikrofilm. Auch die Schubdüsen werden sehr stark durch die innen anzuklebenden Bleche aufgewertet. Rundherum also ein empfehlenswertes Set, wobei ich mich trotzdem manchmal frage was verschiedene Teile sollen. Meines Erachtens steht der Aufwand diese Teile zu verbauen in keinem Verhältnis zum Gewinn an Detailtreue den man erhält. Als Beispiel möchte ich hier die Baustufen D (Nose Undercarriage = Bugfahrwerk) und E (Main Undercarriage = Hauptfahrwerk) der Instruktionen zum Detailset benennen. In beiden Baustufen soll man Scharniere und Teile der Fahrwerke durch die flachen Photoätzteile ersetzen. Ich habe darin keinen Sinn erkannt, da die von Tamiya modellierten Fahrwerke gut sind und durch ein zartes Dark-Wash mit anschließendem Dry-Brushing weitaus mehr gewinnen als durch das Verwenden der Photoätzteile.

Der Microscale Decalsheet 32-28

Schon lange Jahre bin ich bekennender Phantom-Freak. So fiel mir schon vor Jahren dieser Decalsheet in die Hände. Ich kann mich gar nicht erinnern ob ich ihn gekauft oder von einem Modellbaukollegen getauscht habe. Obwohl es damals nur das alte Revell-Modell in 1:32 gab, wußte ich, daß wenn ich mal eine F-4J in 1:32 bauen sollte, dann wird sie mit diesem Decalsheet gebaut. Nun gibt es das tolle Tamiya-Modell und er scheint nur auf diesen Decalsheet gewartet zu haben. Entsprechend seines Alters enthält der Decalsheet nur die wirklich für eine F-4J der VFMA-235 benötigten Decals, alle anderen sind aus dem Bausatz zu nehmen. Ansonsten ist die Qualität der Microscale-Decals auch noch nach all diesen Jahren ausgezeichnet. Sie sind dünn und reagieren sehr gut mit meinem bevorzugten Weichmacher, Mr. Mark Softer von Gunze. 

Dieses Bild zeigt das Cockpit im Rohbau mit Photoätzteilen.

Hier noch mal der Cockpitbereich, Mit dem Tamiya-Klebeband habe ich die schon fertig lackierten und gealterte Einlauframpe vor der noch folgenden Lackierung des Modells geschützt.

Den Cockpitbereich fertig vorlackiert, da nach Einbau der Lufteinläufe diese Stellen nicht mehr zugänglich sind.

Der fertig lackierte und mit Darkwash versehene Einlauf des Triebwerkes.

Das fertige Cockpit komplett bemalt inklusive Darkwash und Drybrushing.

Das zum Einbau vorbereitet Cockpit. Man erkennt die feine Kunst von Tamiya die Details perfekt wiederzugeben.

Die fertigen Armaturenbretter des Cockpits aus der Mischung von Photoätz- und Bausatz-Teilen. Komplett bemalt.

Eduard Express Mask XL003

Normalerweise bin ich ziemlich asketisch was die Verwendung von Hilfsmitteln beim Bau meiner Modelle angeht. Meine Folien zum Abdecken der Cockpithauben habe ich immer selbst geschnitten, aber wer das schon mal für eine He 111 oder Ju 188 gemacht hat, weiß wie zeitaufwendig diese Prozedur ist. Also wird man schnell schwach. Dementsprechend verwendete ich die Folien von Eduard sehr gerne. Die Folien sind paßgenau geschnitten. Haften sehr gut und erfüllen somit alle Anforderungen die ein Modellbauer an sie haben kann. Diesem Qualitätsstandard der Folien kann die Anleitung nicht erfüllen. Zwar sind die Zeichnungen sehr gut gemacht und deshalb leicht verständlich, aber in Stufe 5 und 6 soll die “Interior Color” lackiert werden. Es wird allerdings keine Aussage gemacht welchen Farbton diese Farbe haben soll. Hier müßte Schwarz angegeben werden für die unter uns Modellbauern die nicht über genügende Referenzmaterial in Form von Büchern verfügen. Als nächstes soll auf die “Interior Color” die “Rubber Color” lackiert werden, auch hier fehlt wieder die Farbangabe Gelb. Ein beinahe süßer Fehler ist Eduard bei den Referenzen unterlaufen. Dort wird als Referenz das Walk Around 3 von Squadron zur F-14 angegeben. Hier stellt sich die Frage, was ich mit einer Referenz zur F-14 bei einer F-4 soll?

Ganz glücklich war ich aber trotzdem nicht mit der Einteilung der Folien. Ich habe nämlich meine Klarsichtteile auch von innen lackiert, weil meine Cockpits geöffnet sein sollen (wofür habe ich mir sonst die Arbeit mit den Eduard-Photoätzteilen gemacht?). Genau dafür fehlen allerdings die Abdeckfolien. Aber Hilfe ist trotzdem nicht fern, den Eduard hat praktisch jede Folie für außen doppelt dabei um das Lackieren der dünnen gelben Scheibendichtung sicherzustellen. So klebte ich die leicht größeren innen ein und die leicht kleineren außen. Die gelbe Dichtung stellte ich am Modell mit gelblackiertem Decalfilm dar.

Links: Die unlackierte Schubdüse im Rohbau. Deutlich erkennbar die eingeklebten Photoätzteile.

Oben: Das Bild zeigt die komplettierte Schubdüseneinheit mit eingearbeiteten PE-Teilen nach der Lackierung in Auspufffarbe.

Tips und Kommentare zu den einzelnen Baustufen

Wie schon mehrfach beschrieben, handelt es sich bei diesem Bausatz um ein wirkliches Schmuckstück. Erstklassig sein Design, erstklassig seine Konstruktion als Modellbausatz und seine Detaillierung, erstklassig aber auch der Preis. Demzufolge habe ich sehr wenig Kommentare zu den einzelnen Baustufe:

Alle Stufen

Grundsätzlich waren vielen Teilen zu entgraten. Besonders störend wirkten die Grate am Heckteil in Baustufe 4.

Schrauben-dreher

Ich habe den dem Bausatz beiliegenden Mini-Schraubendreher nicht benutzt. Er war mir zu klein. Ich benutzte einen passenden Kreuzschlitzschraubendreher aus einem Uhrmacher-Schraubendreherset.

Stufe 1

Als wirklich unglücklich fand ich die Lösung von Tamiya zur Darstellung der Lufteinlaufkanäle im Modell. Nach dem Zusammenbau bleiben dort in den Lufteinlaufkanälen deutlich sichtbar Kanten bestehen. Das hat dazu geführt, daß es von Zubehörherstellern sogenannte “Seamless Intakes = nahtlose Einlässe” gibt.

Stufe 2

Die Montage der Bauteile A1 und A2 (Verkleidungen der Lufteinläufe) ist besondere Sorgfalt geboten. Meine waren nicht sehr paßgenau, so daß aufwendiges Anpassen erforderlich war bis die Bauteile ohne Spalten, die gespachtelt werden müßten, angepaßt waren.

Stufe 5

Das Cockpit wurde entsprechend dem Eduard-Photoätzset stark modifiziert. Wobei ich allerdings nicht ausschließlich die Eduardteile benutzt habe, sondern, da mir manche Strukturen des Original-Cockpits viel besser gefallen haben als die flachen Eduard-Photoätzteile, habe ich diese Teile aus dem Original herausgeschnitten, dünner geschliffen und auf die Eduard-Teile geklebt.

Stufe 16

Bei der Montage der Wing Pylons ist ebenfalls besondere Sorgfalt notwendig. Solange der Kleber noch nicht ausgehärtet ist empfehle ich die Wing Pylons immer wieder an die Tragfläche zu halten um sicherzustellen, daß sie später einwandfrei passen.

Stufe 18

Nachdem die Flügeltanks verklebt waren, verblieb eine Naht die gespachtelt und verschliefen werden mußte.

Die Lackierung meines Modells

Wie man an den Originalphotos von Phantoms der VMFA-235 erkennen kann, waren auch ihre Flugzeuge mit dem Navy-Standardschutzanstrich in den Farbtönen Weiß FS17875 und Grau FS16440 versehen. Beide Farbtöne waren glänzend um dem Schmutz und vor allem dem salzigen Seewasser so wenig wie möglich Angriffsfläche zu bieten. Je länger die Flugzeuge allerdings im Einsatz waren um so stärker verwitterten die Lacke zu einem matten Aussehen. Ich orientierte mich bei der Lackierung meines Modells sehr stark an den Original-Photos. Ein paar habe ich im folgenden Kapitel wiedergegeben. Die Phantoms der VMFA-235 hatten in der Regel ein sehr sauberes und gepflegtes Aussehen. Dieses realisierte ich dann auch bei der Lackierung mit meinen bevorzugten Xtra-Color-Farben. Nachdem die Abziehbilder aufgebracht waren habe ich das ganze Modell noch mit einer Lage selbstangemischten seidenmattem Klarlack versiegelt.

Das Bild zeigt die Verklebung von Rumpf und Tragflächen. Wobei ich, zur Vermeidung von Spalten die später gespachtelt werden müsste, die Tragflächen unter zu Hilfenahme von Gummibändern nach oben gebogen habe.

Das gesamte Modell fertig lackiert.

Dieses Bild zeigt einen großen Schwachpunkt des Modells. Vielleicht ist das eher peinlich für Tamiya. Das Original in Japan wurde für die Ausbildung von Battle-Damage-Repair (BDR, grob übersetzt mit Gefechtsschädenbeseitigung) verwendet. Dabei werden Löcher im Aluminiumblech des Flugzeuges, wie sie durch Einschüsse oder explodierende Gefechtsköpfe geschlagen werden, mit Blechen überdeckt. Tamiya hat das Original in Japan so genau nachgebildet, dass die aufgebrachten BDR-Bleche nachgebildet worden sind!! Bei meinem nächsten Modell werde ich diese Bleche abtrennen müssen und die Oberfläche des Modells sorgfältig nachbearbeiten müssen

Das fertig lackierte Modell von unten.

Die fertig lackierte Rumpfnase.

Das gesamte Modell fertig lackiert mit eingelassenen Gravuren.

Das fertig lackierte Modell von unten mit eingelassenen Gravuren.

Quellennachweis

Folgende Literatur kann ich nicht nur zum Bau dieses Modells empfehlen:

 

Squadron US Marine Corps Phantoms in Combat ISBN 0-89747-235-7
Dieses Buch bezieht sich in der Hauptsache auf den Vietnam-Einsatz von Phantoms des USMC. Aber man kann diesem Buch die verschiedenen Bewaffnungszusammenstellungen der F-4J entnehmen. Ich habe daraus zum Beispiel erfahren, daß die Marines bevorzugt die beiden Flügeltanks, anstelle des großen Tanks an der zentralen Rumpfposition, benutzt haben

Squadron F-4 Phantom II in Action ISBN 089747-154-7
Interessant wegen seiner vielen Detailzeichnungen.

Squadron Phantom II “A Pictrorial History” ISBN 0-89747-062-1
Auch an diesem Squadron-Buch sind die zahlreichen Photos und Zeichnungen eine Hilfe für den Modellbauer.

Mc Donnel F-4 Phantom II “Spirit in the Skies” ISBN 1-874023-28-X
Das Buch für den Modellbauer!! Durchgängig farbig bebildert. Jede Variante, jeder Nutzer, jede mögliche Bewaffnung ist in Wort und Bild dargestellt. Für Modellbauer unentbehrlich.

The Phantom Story ISBN 1-85409-121-2
Auch dieses Buch ein Standardwerk für den Phantom-Phreak. Allerdings sind die Photos leider S/W, dafür ist der englische Text sehr ausführlich und gut geschrieben. Weil der Schwerpunkt mehr auf dem Text liegt, ist dieses Buch eigentlich mehr dem Leser der am Hintergrund interessiert ist zu empfehlen.

Lock On N° 10 British Phantom ISBN 90-70932-23-7
Obwohl es um die britische Phantom-Derivate mit Rolls-Royce-Triebwerk geht, werden hierin auch die paar F-4J (UK) behandelt. Die farbigen Detailphotos sind das beste was man zur F-4J bekommen kann und sind gerade für die Detaillierung des Cockpitbereichs unentbehrlich.

Aero Detail 4 F-4 Phantom U.S. Navy & Marines ISBN 4-499-20575-1
Dieses Buch aus der bekannten japanische Reihe bring eine Fülle von farbigen Detailphotos. Sehr hilfreich ist eine Darstellung aller Stencils an eine F-4.

Color & Markings of U.S. Navy F-4 Phantom ISBN 0-8306-4541-1
Das Buch enthält zahlreiche farbige Gesamtaufnahmen von Phantoms die einem einen guten Gesamteindruck des Flugzeuges vermitteln.

Lock On N° 08 F-4E
Die besten Farbphotos zum Schleudersitz.

© M. Ullmann 2007

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