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F-4G Phantom II “Advanced Wild Weasel”/ “Sweet Sixteen”

Baubeschreibung zum Hasegawa-Modell im Maßstab 1:48 unter Verwendung der Eduard Maskier-, Detail- und Black Box Cockpit Sets

von Michael Ullmann

Historie

Wie immer ist der Einstieg in solch eine Beschreibung für ein Flugzeug mit dem Bekanntheitsgrad der Phantom sehr schwierig. Ich denke zur Historie der F-4 Phantom II brauche ich im allgemeinen nichts mehr beizutragen und verweise alle die mehr wissen wollen auf die Bücher die ich in meinen Quellen angegeben habe. Worüber ich allerdings etwas schreiben kann ist die sehr spezielle Geschichte der F-4 G “Advanced Wild Weasel”. Unter dem Spitznamen “Wild Weasel” ist allgemein die Unterdrückung/Bekämpfung radargestützter gegnerischer Luftabwehr mittels Flugzeugen zu verstehen. Hier in diesem Fall ist der Gegner gemeint der sich die USAF zum Gegner ausgesucht hat. Relativ wenig ist bekannt, dass zu Zeiten des Kalten Krieges auch die UDSSR Su 22-Flugzeuge für diese Einsatzart umgerüstet hat und es dort auch entsprechende Anti-Radar-Lenkflugkörper gibt. Auch die Luftwaffe hat mit dem Tornado ECR ein Flugzeug zur Verfügung, welches heutzutage ausschließlich für die “Wild Weasel” - Rolle eingesetzt wird. Ihre Nutzen haben deutsche und italienische ECR Tornados im ehemaligen Jugoslawien gezeigt. Sie sind zur Zeit die einzigen Flugzeuge der Nato europäischer Nationen, welche über diese sehr speziellen Fähigkeiten verfügen. Einen hervorragenden Einstieg in die Materie der Unterdrückung/Bekämpfung von radargestützter Luftabwehr gibt das Buch “Wild Weasel” welches von Squadron/Signal verlegt wird. In diesem Buch wird auf die historisch gewachsene Entwicklung dieser Technologie, von Ihren Anfängen während des II. Weltkrieges bis hin zum Vietnam-Krieg aus Sicht der USAF, genau eingegangen.
Der Vietnam-Krieg ist eine gute Überleitung zur Geschichte der F-4 G. Die während des Vietnam-Krieges entwickelten Wild-Weasel-Flugzeuge basierten alle auf von der USAF eingesetzten Flugzeugen. Die Flugzeuge waren immer Zweisitzig, Pilot und Operator, da die Bedienung der elektronischen Ausrüstung für den Piloten nicht zumutbar war und ist. Es begann mit der F-100 F, ging über die F-105 F zur ersten Spezialentwicklung für Wild Weasel Einsätze: Die F-105 G. Es folgte die EF-4 C. Alle die vorgenannte Flugzeuge hatten ihre Schwächen. Im Kern natürlich die elektronische Ausrüstung, aber auch die spezielle Bewaffnung und die Leistungen der Flugzeuge waren teilweise nicht ausreichend. Die Forderung nach einem neuen Waffensystem welches die Schwächen der vorhandenen “Wild Weasel” beseitigt wurde 1968 gestellt. Studien dazu wurden im September 1968 begonnen. Insgesamt wurden acht Gerätesätze der elektronischen Ausrüstung, dass APR-38 System, für Entwicklung, Erprobung, Qualifizierung und Flugtests beschafft. Das APR-38 wurde in zwei F-4 D erprobt. Im Frühjahr 1975 hatte deshalb die Entwicklung und Beschaffung des APR-38 sowie den Modifikationen am Flugzeug, welches diese Ausrüstung tragen sollte, oberste Priorität. Als Trägerflugzeug des APR-38 wurde das zu dieser Zeit beste Flugzeug im Bestand der USAF ausgewählt: Die F-4 E. Zum Einbau des APR-38 mussten allerdings zahlreiche Änderungen an der F-4 E vorgenommen werden. Eine der auffälligsten Änderungen war die torpedoförmige Verkleidung von Antennen des APR-38-Systems auf dem Seitenruder. Andere Antennen des APR-38 wurden über den gesamten Rumpf der F-4 verteilt. Um Raum für das APR-38 zu schaffen wurden die M61 Maschinenkanone ausgebaut. In beiden Cockpits wurden großflächige Flüssigkristallanzeigen zur Darstellung der Meldungen des APR-38 eingebaut. Diese Ein- und Umbauten gaben dem nun von F-4 E in F-4 G umbenannten Flugzeug die Fähigkeit der Detektierung, Identifizierung und Lokalisierung von elektromagnetischen Strahlungsquellen. Was neben Radaranlagen somit auch Funkgeräte, Sendeanlagen usw. bedeutete. Die F-4 G war durch ihre Ausrüstung in der Lage diese Strahlungsquellen mit geeigneten Waffen zu bekämpfen. Um eine größtmögliche Wirkung gegen gegnerische Radaranlagen zu erzielen arbeiteten die F-4 G mit der sogenannten “Hunter-Killer”-Taktik. Das bedeutete, dass die F-4 G mit anderen Flugzeugen zusammenarbeitet die weitaus mehr Waffen zu Bekämpfung der Ziele mitführten als die F-4 G an sich. Dies waren anfangs F-4 E, später wurden diese durch F-16 C ersetzt. Die F-4 G gab den begleitenden Jagdbombern Ziele an, welche diese dann bekämpften. Die USAF stellte im Haushaltsjahr 1976 (FY76 = Fiscalyear 1976) die Geldmittel zur Beschaffung der F-4 G zur Verfügung. Das Programm sah vor, dass im Frühjahr 1976 das erste und im Herbst 1976 das zweite Flugzeug zur Verfügung stand. Diesen beiden folgten in 1977 15 Flugzeuge, in 1978 60 Flugzeuge und 39 Flugzeuge in 1979, welches eine Gesamtstückzahl von 116 F-4 G bedeutete. Diese 116 F-4 G teilten sich in 96 Flugzeuge für “Wild Weasel” - Einheiten und 20 F-4 G für Ausbildung sowie Test/Erprobung auf. In den Jahren 1987 und 1988 wurden nochmals 18 F-4 E in F-4 G umgebaut. Die erste F-4 G wurde am 28.04.1978 ausgeliefert. In Dienst gestellt wurde die F-4 G mit der 35th Tactical Fighter Wing stationiert auf der George AFB, Kalifornien im Oktober 1978. Die ersten zwei F-4 G für die 81st TF Squadron, stationiert auf der Spangdahlem AFB in Deutschland, wurden im Frühjahr 1979 geliefert. Die F-4 G war auch der Typ der Phantom II welchen die USAF am längsten einsetzte. Die offizielle Außerdienststellung der Phantom II und damit ihrer Nutzung bei der USAF, erfolgte mit der Auflösung der 561st Fighter Squadron und der Außerdienststellung ihrer F-4 G Phantom II Wild Weasel in 1996. Viele F-4 G sind an Museen abgegeben worden oder werden zu Zieldarstellungs-Drohnen umgerüstet.

Das Modell

Mit mehreren Modellbaufreunden plante ich eine Reihe von F-4 G in verschiedenen Sichtschutzanstrichen und Markierungen zu bauen. Ich entschied mich für eine F-4 G mit SEA-Sichtschutz und weißen Markierungen und Beschriftungen. Das Problem waren die Decals. Nur die Erstausgabe des Hasegawa-Bausatzes enthielt Decals für eine F-4 G mit weißen Markierungen. Da ich nur den Bausatz aus der aktuellen Produktion hatte, war ich auf Hilfe von außen angewiesen. Dankenswerterweise stellte mir Klaus Dieter Ernst seinen Decalsheet zur Verfügung. Ohne ihn wäre eine Realisierung meines Projektes nicht möglich gewesen. Der Anstrich des Original meines Modells ist eine Art von Sonderanstrich. Auf der linken Seite des vorderen Rumpfes trägt sie eine lackierte Beschriftung “City of Victorville” und “Sweet Sixteen”. Damit sollte zum Ausdruck gebracht werden, dass das Original meines Modells die sechzehnte F-4 G war, die aus einer F-4 E umgebaut worden war. Außerdem war das Flugzeug der Stadt Victorville gewidmet. Das Flugzeug mit der Seriennummer 69-7208 hatte eine bewegte Geschichte. Das Flugzeug wurde im Fyscalyear 1969 als F-4 E Block 43 gebaut. Im Block 43 wurden 60 Flugzeuge gebaut. Direkt von der Fertigungslinie der McDonnel Aircraft Company wurde dieses Flugzeug an Australien ausgeliehen. Insgesamt 24 F-4 E wurden im September 1970 Australien zur Verfügung gestellt um die Lücke zu schließen die durch die verspätete Auslieferung der F-111 C für die RAAF (Royal Australian Air Force) entstanden war. Die ausgeliehenen F-4 E wurden zwischen Oktober 1972 und Juni 1973 wieder an die USAF zurückgegeben. Diese F-4 E hatten nur eine relativ geringe Flugstundenbelastung. Alle verbliebenen 23 Flugzeuge, die Seriennummer 69-7203 ging in Australien am 16.06.1971 verloren, wurden aufgrund ihrer geringen Flugstunden zu F-4 G Wild Weasel umgerüstet. Davon wurden 21 F-4 E im Rahmen des Serienvertrages von 1976 bis 1981 umgerüstet. Die verbliebenen zwei Flugzeuge aus der “Australien-Leihe” mit den Seriennummern 69-0305 und 69-0307 wurden während der zweiten Serienumrüstung von 1987 bis 1988 zu F-4 G umgerüstet. Die 69-7208 wurde im Rahmen des Serienvertrages als sechzehntes Flugzeug in eine F-4 G Block 43 umgebaut, wie einleitend beschrieben rührt daher auch ihr Spitzname “Sweet Sixteen”. Nach Ende ihre Verwendung bei der USAF wurde das Flugzeug an die RAAF gegeben. Sie steht heute, zurückgerüstet auf F-4 E - Standard in der Lackierung der RAAF, im RAAF Point Cook Museum. 

Der Karton und sein Inhalt

Der Karton enthält insgesamt 11 Gießäste. Zwei davon sind für die Klarsichtteile. Ein Klarsicht-Gießast stellt die einteilige Haube dar. Diese ist als “Neuteil” den Wiederauflagen der Phantom-Bausätze von Hasegawa beigelegt worden. Vergleicht man den Inhalt der Bausätze der Erstausgabe und der Wiederauflage fällt weiterhin auf, dass die Wiederauflage einen weiteren Gießast enthält der vorher nicht dabei war: Der Gießast für den F-15 Tank. Mit diesem Tank sind die Phantom der USAF im letzten Jahrzehnt ihrer Verwendung bei der USAF ausgerüstet worden. Mit diesem Tank war auch das Original meines Modells ausgerüstet gewesen. Ansonsten gibt es nicht besonderes aus dem Karton zu berichten, “Business as usual” würde man sagen.

Die Bauanleitung

Ich habe zwei Bauanleitungen des Modells, einmal die Erstausgabe aus der Neuerscheinung des Modells und zum zweiten die heute erhältliche Bauanleitung. Interessant ist der Vergleich der beiden Bauanleitungen. Da beide Bausätze eigentlich gleich sind sollte man davon ausgehen können, dass beide Bauanleitungen gleich sind. Erstaunlicherweise gibt es doch kleine, aber feine Unterschiede. Bei der Erstausgabe ist die historische Beschreibung zwar nur in Englisch aber weitaus besser als das allgemeine, nichts aussagende Geschreibsel der Bauanleitung der Wiederauflage. Die Erstausgabe bringt zahlreiche Fakten zur F-4 G rüber, während die Wiederauflage nur ganz allgemeine, zwar in Deutsch und anderen Sprachen gehaltene, Informationen zur Phantom und ihrer Varianten rüber bringt.

Besser gefallen haben mir auch bei der Originalbeschreibung die Bemalungsangaben für die Ausrüstung der F-4 G. Sie zeigen den Unterschied zwischen scharfen und Übungsraketen. Auch sind die Bemalungshinweise für den ALQ-119 ECM-Störbehälter reichhaltiger und mit Hinweisen für die richtige Platzierung der Decals versehen. Die Darstellung der “External Stores” der Phantom ist in der Erstausgabe gelungener als in der Wiederauflage. Zwar ist das Beladungs-Diagramm bei beiden gleich aber die Erstausgabe enthält kleine Zeichnungen der verschiedenen Beladungen in Form von Bomben, Raketen und anderem, eine Identifizierung der Beladung ist mit diesen Zeichnungen viel leichter möglich.Beide Bauanleitungen bieten zwei Bemalungsvarianten an. Die Erstausgabe ermöglicht ein Flugzeug in SEA-Paintscheme und eines in European-One, die Wiederauflage lässt ein Flugzeug in Hill-Grey und das andere ebenfalls in European-One zu. Zusammenfassend möchte ich sagen, dass die Erstausgabe die bessere Bauanleitung ist, weil sie Details für Modellbauer feiner rausarbeitet und darstellt. Ansonsten lassen Hasegawa-Bauanleitungen keine weitere Kritik an ihrer Ausführung zu. Sie sind übersichtlich und klar gegliedert, enthalten befriedigende Informationen für den Modellbauer und führen den Modellbauer gut durch den Bau des Modells.

Die Decals

Ich benutzte die Originaldecals von Hasegawa aus der Erstauflage des Modells. Auch bei diesen Decals ist die Weiterentwicklung der Technologien im Plastikmodellbau eindeutig zu erkennen. Heute erhältliche Decals haben einen viel dünneren Trägerfilm und die Darstellungen der Details sind weitaus feiner. Ich habe trotzdem diese Decals von Hasegawa verwendet, da nur sie die Möglichkeit boten genau das Flugzeug zu bauen welches ich realisieren wollte. Alle anderen Hersteller wie Super Scale oder AeroMaster haben sich auf die modernen SEA-Sichtschutzanstriche mit schwarzer Beschriftung oder die grauen Anstriche der F-4 G verlegt. Die Hasegawa-Decals reagieren gut mit meinem Weichmacher Mr. Mark Softer von Gunze. Probleme haben sich keine ergeben. Eine Herausforderung waren die fast 150 kleinen Decals der Wartungshinweise. Ich habe dafür eine gute Woche gebraucht bis alle Decals aufgebracht waren. Das Ergebnis rechtfertigt allerdings den Aufwand.

Zusätzliche Detaillierung

Um die Schwächen des Bausatzes im Bereich der Detaillierung zu verbessern habe ich mich des Eduard Detail- und des Black Box Cockpit Sets bedient. Bedauerlicherweise ergänzen sich die beiden Sets nicht. So bleibt sehr viel vom Eduard Set übrig, weil diese durch das Black Box Cockpit übrig sind.

Das Eduard Detail Set

Für die F-4 G gibt es von Eduard unter der Bestellnummer 48-109 ein Detail Set aus Photoätz-Teilen. Wie üblich ist das Set in bekannter Qualität. Alleine die Mikrofilme für die Armaturen sind eine Pracht. Das Set enthält auch Teile für den Fahrwerksbereich und die weitere Cockpitausstattung. Genau diese Teile habe ich auch bei meinem Modell verwendet. Gerade die zusätzlichen Teile für den Cockpitbereich ergänzen das Black Box Set hervorragend, da diesem die Kanzelrahmen und Dichtungsprofile des Eduard Set fehlen.Alle anderen Teile des Eduard Sets habe ich nicht verwendet, da die Teile des Black Box Sets durch ihre feinen Oberflächenstrukturen den flachen Strukturen der Photoätz-Teile überlegen sind.Diese Teile werde ich für ein anderes Phantom-Modell verbrauchen.

Eduard Express Mask

Für die F-4 gibt es von Eduard mit der Bestellnummer XF 48-046 ein Maskierset für die Cockpithauben. Ich arbeite mit diesen Maskierfolien sehr gerne. Sie sind passgenau, leicht zu verarbeiten und sparen einem eine Menge Zeit, da man keine Abdeckfolien ausschneiden muss. Jede Packung enthält Maskierfolien für zwei Flugzeuge.

Das Black Box Cockpit-Set

Für die F-4 G gibt es von Black Box unter der Bestellnummer #48017 ein Cockpit Set. Trotzdem Black Box erst seit relativ kurzer Zeit auf dem Markt ist haben sich seine Produkte schon einen fast legendären Ruf errungen. Und ich muss sagen, diesen Ruf verdient Black Box zurecht. Der Resin-Guß ist sehr fein, die Details sind einfach wundervoll crips. Zurüstsätze in dieser Qualität sind mir bisher nur von Aires bekannt. Ein kleines bisschen Kritik muss ich aber doch an diesem tollen Cockpit-Set üben. So gefällt mir an den Schleudersitzen nicht, dass die Nachbildungen der Gurte etwas seltsam aussehen und keine erkennbaren Gurtschlösser haben. Auch habe ich schon andere Schleudersitze von Typ Martin-Baker Mk. 7 für die Phantom aus Resin gesehen, die die Abzugsbügel enthielten. Bei den Sitzen von Black Box muss man diese aus Draht anfertigen. Die Sitze scheinen im übrigen der Schwachpunkt des ganzen Sets zu sein. Beim Einbau der fertigen Sitze passten diese nicht in die Cockpits. Ich gebe zu, dass hatte ich vorher nicht probiert. So musste ich die Sitze im unteren Bereich nacharbeiten. Der Einbau des Cockpit-Sets in das Hasegawa-Modell geht relativ problemlos. Die übliche Nacharbeit darf nicht vergessen werden. Kurios ist die Aussage in der Anleitung, dass es keine speziellen Bücher zur F-4 G gibt die man als Referenz angeben kann. Diese Aussagen kann man so nicht stehen lassen. Hier bitte ich bei meinen Quellen nachzusehen, dort sind die Bücher aufgelistet die ich verwendet habe. Gerade dass Detail & Scale enthält viele Detailfotos der F-4 G die mir weitergeholfen haben.

Tipps und Kommentare zu den einzelnen Baustufen

Die F-4 E, G, J und S Phantom II Modelle von Hasegawa im Maßstab 1:48 verfügen über vertiefte Gravuren (Die Modelle der Baureihen F-4 B, C und N sind leider nur erhaben geprägt). Da diese Bausätze aber sicher schon mehr als 15 Jahre alt sind, können sie von Detaillierung und Passgenauigkeit nicht mit den Bausätzen aus der aktuellen Fertigung mithalten. Dies betrifft bei diesen Phantom-Bausätzen in der Hauptsache das Cockpit. Zur Zeit ihrer Ersterscheinung als Neuigkeit zählten die Cockpits zum besten was der Markt je gesehen hatte. Heutzutage ist die Detaillierung allerdings nur noch Durchschnitt und das Cockpit sollte mindestens durch bessere Schleudersitze aus Resin aufgewertet werden. Noch empfehlenswerter ist der Austausch des ganzen Cockpits durch eines aus Resin, wie sie von Black-Box oder früher von KMC angeboten werden. Der Bausatz verfügt allerdings noch über drei weitere kleine Schwachstellen:

Die Befestigung der Höhenruder
Wie man den Photos entnehmen kann, habe ich die Befestigung der Höhenruder verstärkt, indem ich zwei zusätzlich Drahtstifte an das Höhenruder angebracht habe. Durch zusätzlich Bohrungen im Rumpf verleihen diese Stifte den Höhenruder zusätzlichen Halt.

Am Rumpf angegossener Kraftstoffablaß
Wie ich von früheren Modellen wusste, bricht dieses Teil gerne ab. Ich trennte somit den Ablass von den Rumpfschalen ab bevor ich die Rumpfhälften miteinander verklebte. Angeklebt habe ich diese erst wieder, nachdem ich das Modell lackiert und mit Decals versehen hatte.

Offen dargestellte Kabinenhauben
Beim Transport des fertigen Modells lösen sich die offenen Hauben gerne vom Modell. Um dieses Problem zu verringern fertigte ich die Hydraulikzylinder aus einem isolierten versilberten Draht passender Stärke. Der versilberte Draht stellte den verchromten, beweglichen Teil des Hydraulikzylinders dar. Die Isolierung den Körper des Hydraulikzylinders. Verklebt wurde die ganze Geschichte mit Sekundenkleber. Dies erbrachte auch die erwünschte Festigkeit der Konstruktion. 

Meine Tipps und Kommentare zu den einzelnen Baustufen halten sich, aufgrund der Qualität des Bausatzes in Grenzen. Trotzdem ist, im Vergleich zu Bausätzen aus moderner Produktion, viel Nacharbeit mit spachteln und schleifen erforderlich. Das ist relativ zeitaufwendig (Fällt jemandem auf wie sehr wir durch die modernen Bausätze schon korrumpiert sind. Jede Mehrarbeit bei “alten” Modellen mit Standard-Modellbautechniken führt gleich zu einem Wehklagen. Haben wir schon alle unsere Beginnermodelle vor 30 Jahren vergessen?):

Stufe 1 und 2

Fallen weg durch den Einbau des Black Box Cockpit Sets

Stufe 3

Die Teile D27 und D28 (Einlauframpe) habe ich erst in Stufe 7 eingebaut. Seltsamerweise zeigt die Bauanleitung den Einbau der Einlauframpe gleich zweimal.

Die Lackierung meines Modells

Entsprechend der Hasegawa-Bauanleitung und Vorschriften über den Sichtschutzanstrich von F-4 E der USAF erhielt das Modell eine Lackierung in den Farbtönen:
FS 14102 Green
FS 14079 Green
FS 10219 Brown
FS 16622 Gray

Wie immer benutze ich dabei die Modellbaufarben von Xtra-Color. Da diese Modellbaufarben glänzend auftrocknen lautet die erste Zahl der FS-Farbnummer auch 1, für glänzend. Über die Vorteile von Xtra-Color-Farben beim aufbringen der Decals verliere ich hier keine Worte mehr.

Der Verlauf des Sichtschutzanstriches wurde von mir freihändig auf das Modell auflackiert. Nachdem der Lack über Nacht gut ausgetrocknet war habe ich am folgenden Tag die Gravuren mit schwarzer Künstlertusche eingelassen. Am nächsten Tag habe ich eventuell entstandene Überläufer der Tusche wegpoliert. Danach war das Modell fertig vorbereitet für das Aufbringen der Decals.

Quellennachweis

Als Referenzen und Quellen für das Modell habe ich folgende Literatur benutzt:

Lock On N° 08 F-4 E, ISBN 90-70932-20-2
Die besten Farbphotos zum Schleudersitz. Sie waren mir eine große Hilfe die Schleudersitze zu detaillieren.

McDonnell F-4 Phantom I “Spirit in the Skies”, ISBN 1-874023-28-X
Das Buch für den Modellbauer!! Durchgängig farbig bebildert. Jede Variante, jeder Nutzer, jede mögliche Bewaffnung ist in Wort und Bild dargestellt. Für Modellbauer unentbehrlich.

The Phantom Story, ISBN 1-85409-121-2
Auch dieses Buch ein Standardwerk für den Phantom-Phreak. Allerdings sind die Photos leider S/W, dafür ist der englische Text sehr ausführlich und gut geschrieben. Weil der Schwerpunkt mehr auf dem Text liegt, ist dieses Buch eigentlich mehr dem Leser der am Hintergrund interessiert ist zu empfehlen.

Wild Weasel, ISBN 0-89747-178-4
Dieses Buch enthält alles was man über die “Wild-Weasel” wissen muss. Das Buch enthält auch ein Originalfoto meines Modells. Heutzutage gibt es eine überarbeitete Neuausgabe die auch den II: Golfkrieg enthält.

© M. Ullmann 2007

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