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A-10
Thunderbolt II

Baubeschreibung zum Trumpeter-Modell unter der Verwendung des Black-Box Cockpit Set, sowie Detail Sets von Eduard und Cutting Edge im Maßstab 1:32

von Michael Ullmann

Teil1

 

Historie

Die USAF hat 1967, unter den Eindrücken des Vietnam-Krieges, das A-X Programme für ein Flugzeug zur Luftnahunterstützung ausgeschrieben. Unter Neun Bewerbern wurden als Gewinner der Vorausscheidung Fairchild Republic und Northrop ausgewählt. Beide wurden mit dem Bau von jeweils zwei Prototypen beauftragt. Der erste Fairchild Republic Prototype (71-1369) führte seinen Erstflug am 10. Mai 1972 durch. Die USAF hat für dieses Flugzeug die Bezeichnung YA-10A vergeben. Der Northrop-Konkurrent erhielt die Bezeichnung YA-9. Charakterisieren kann man die A-10 eigentlich damit, daß sie um ihre Hauptbewaffnung, die 30mmm GAU-8A Maschinenkanone, herum gebaut worden war. Die GAU-8A ist eine von General Electric nach dem Gatling-Prinzip aufgebaute Maschinenkanone. Durch diese Bauweise hat sie eine Kadenz von 4000 Schuss pro Minute. Sie kann eine panzerbrechende Munition die ein Wirkmittel aus abgereichertem Uran enthält oder hochexplosive Geschosse verschießen. Die A-10 ist in der Lage 1350 Schuss Munition mitzuführen. Dies reicht gerade für gut 30 Sekunden Dauerfeuer, aber kein Pilot würde dies machen, da in der Regel ein Feuerstoß von etwa einer Sekunde Dauer ausreicht jeden Panzer zu vernichten. Für die Entwicklung der A-10 nahm Fairchild sogar Anleihen an der Erfahrung des deutschen Schlachtflieger-Asses Hans-Ulrich Rudel. Er zerstörte über 500 russische Panzer. Davon ein Großteil mit Hilfe seiner kanonenbewaffneten Ju 87. Er wurde von Fairchild unter Vertrag genommen und beeinflusste die Entwicklung der A-10 in die Richtung, daß die Trefferwahrscheinlichkeit bei beweglichen Zielen am Boden bei geringeren Geschwindigkeiten des Flugzeuges stark ansteigt. Die A-10 verfügt deshalb über ausgezeichnete Langsamflugeigenschaften.

Am 18 Januar 1973 gab die USAF bekannt, daß Fairchild der Gewinner der konkurrenzierenden Erprobung war. Fairchild gewann die Ausschreibung vor allem deshalb, weil man von Beginn an der Entwicklung größten Wert darauf legte, daß die Prototypen der A-10 weitestgehend den späteren Serienflugzeugen entsprachen. Dies verteuerte zwar die Prototypen, die USAF mußte Geld nachlegen, hatte aber den Vorteil, daß man quasi nach Ende der Erprobung sofort mit den Vorbereitungen der Serienfertigung beginnen konnte. Der Northrop Entwurf, die A-9, war dort weitaus mehr Prototyp. An ihr waren noch zahlreiche Nachentwicklungen notwendig um sie serienreif zu machen. Fairchild erhielt einen Vertrag über den Bau von sechs Vorserien- und Erprobungsflugzeugen. Das erste dieser Flugzeuge führte seinen Erstflug am 15 Februar 1975 durch. Der erste Flug einer A-10A Thunderbolt II (75-00258) aus der Serienproduktion fand am 21 Oktober 1975 statt. Die USAF plante den Kauf von insgesamt 739 Flugzeugen (einschließlich der sechs Vorserien- und Erprobungsflugzeugen). Allerdings wurde 1983, nach 713 produzierten Flugzeugen, das Programm für beendet erklärt und die Zahlungen eingestellt. Die letzte Lieferung eines Serienflugzeuges fand am 20. März 1984 statt. 1987 kaufte Northrop Grumman das A-10 Programm von Fairchild und war am Ende dann doch irgendwie der Gewinner der A-X Ausschreibung.
Im Juni 1978 wurde die erste A-10 Staffel für Einsatzbereit erklärt. Dies war die 345th Tactical Fighter Wing, welche in Myrtle Beach, South Carolina stationiert war. Die Lieferungen von Serienflugzeugen an diese Einheit begannen im März 1977. Exporte der A-10 gab es aufgrund der Restriktionen durch die Munition, welche für ihre panzerbrechende Wirkung abgereichertes Uran enthielt, keine. Diese Munition bringt die A-10 auch immer wieder in die Schlagzeilen, da umstritten ist ob diese Munition gesundheitsgefährdend oder nicht ist. Tatsächlich ist abgereichertes Uran ein Metall wie jedes andere. Da die USA aber das abgereicherte Uran aus Brennstäben ihrer Kernkraftwerke gewinnen (so kann man auch seinen Atommüll entsorgen), ist das abgereicherte Uran mit Plutonium belastet. Nachdem die panzerbrechende Munition das Ziel getroffen verteilen sich die Überreste der Munition als Staub über dem Ziel und dieser Staub enthält auch das Plutonium. Plutonium ist aber selbst in mikroskopischen Dosen extrem giftig und dies macht den Einsatz dieser Munition so umstritten. Die Thunderbolt II wurde 1990/1991 im Golfkrieg eingesetzt. Sie stand in ehemaligen Jugoslawien im Einsatz und wird zur Zeit in Afghanistan intensiv genutzt. Sie wurde ebenso während der Operation “Freedom Iraq” eingesetzt und zeigte hierbei auch ihre Einsatzfähigkeit.

BuiltWithNOF

Das Modell

Mit diesem Modell erschien Trumpeter wie ein Paukenschlag in der Modellbau-Szene. Die Firma zeigt sich seitdem sehr rührig und drängt mit Aufsehen erregenden Neuigkeiten massiv in den Markt.
Eine A-10 im Maßstab 1:32 ist ein, alleine aufgrund seiner Größe, sehr beeindruckendes Modell. Mit den für heutige Modelle als Standard vorausgesetzten vertieften Gravuren ausgerüstet, sowie der Verwendung von Weißmetall-, Resin- und Photoätzteile, versuchte man Maßstäbe zu setzen. Dies gelang nicht hundertprozentig, wie meine folgende Baubeschreibung zeigen wird. Das einzige allerdings was mir an diesem Bausatz wirklich fehlte, war eine Nachbildung des ALQ-131 ECM-Störbehälters. Dieser wird heutzutage fast ausschließlich verwendet. Das dem Bausatz beiliegende ALQ-119 wurde 1990/1991 während des Golfkrieges eingesetzt, heute nur noch, wenn das erwartet Bedrohungsprofil nicht mehr so hoch eingeschätzt wird. Modellbauer die eine heutige A-10, so wie ich mit meinem Spangdahlem-Flugzeug, bauen wollen, haben leider das Nachsehen. Entweder baut man ein ALQ-131 scratch nach oder bedient sich am Zubehörmarkt.

 

Der Karton und sein Inhalt

Ein riesiger Karton der gleichzeitig auch noch sehr stabil ist. Er ist bis zum Rand mit einzeln in Plastiktüten verpackten Gießästen befüllt. Dies schont, insbesondere die Klarsichtteile, vor dem verkratzen.

Die Bauanleitung

Ist ein kleines Buch. Es gibt eigentlich nichts zu beanstanden. Die einzelnen Baustufen sind übersichtlich dargestellt und enthalten Farbangaben zur Bemalung von Kleinteilen. Die Farbangaben beziehen sich auf das Gunze-Programm und sind deshalb manchmal etwas schwer zu übersetzten, da das Gunze-Programm in Deutschland nicht besonders stark verbreitet ist. Als besonders hilfreich für die Lackierung hat sich das im Abschnitt Quellennachweis kurz beschriebene “Walk Around” der A-10 von Squadron erwiesen. Ein bisschen unübersichtlich ist die Anleitung zu den Möglichkeiten der Markierungsvarianten.

 

Die Decals

Sind drei etwa Postkarten große Bögen. Leider ist die Druckqualität für den Maßstab 1:32 völlig unzureichend. Die Wartungshinweise sind keine lesbare Schrift, sondern eine Ansammlung von farbigen Klecksen. Die Decals ermöglichen den Bau von zwei verschiedenen Flugzeugen, alle im European I Anstrich. Da bei mir schon von Anfang an feststand ein Modell im aktuellen grauen Anstrich zu bauen, kaufte ich mir den Decalsheet der belgischen Firma Astra-Decals, welcher den Bau von Flugzeuge im grauen Sichtschutzanstrich die in Spangdahlem stationiert sind, ermöglicht. Das Problem mit den Bausatz-Decals erledigte sich somit auf diese Weise.

Die Zusatzteile

Trotz seines Maßstabes und ungeachtet seines Verkaufspreises hat der Trumpeter-Bausatz einige Schwäche, welche insbesondere Details betreffen. Um dieses auszugleichen, gibt es auf dem Zubehörmarkt einige Anbieter die etliches an Zubehör anbieten. Die folgenden Beschreibungen zeigen das Zubehör welches ich für den Bau meines Modells verwendet habe:

Blackbox-Cockpit Set #32005

Der Cockpitbereich ist eine der größten Schwachstellen des Bausatzes. So wundert es kaum, daß es eine erstaunliche Menge an Resin-Nachrüstcockpits für diesen Bausatz gibt. Ich habe mich für das Cockpit-Set von Blackbox entschieden.
Das Cockpit Set ist im üblichen Blackbox Standard. Hervorragende Detaillierung und Oberfläche sprechen für das Set. Die Passgenauigkeit an meinem Exemplar war, ganz unüblich für Blackbox, nicht besonders gut..

Cockpit bei dem die Panels schwarz gemalt worden sind.

Instrumentenpanel mit den ausgestanzten und mit Clearfix von Humbrol eingeklebten Mikrofilmen des Eduard Cockpitsets.

Cockpit nach Blackwash und Dry-Brushing.

Eduard Express Mask XL026

Mittlerweile habe ich mich so an die Verwendung dieser vorgeschnittenen Masken gewöhnt, daß man sich fragt: Was habe ich eigentlich gemacht bevor es diese Masken gab? Aus Maskierfolie mit dem Skalpell selbst geschnitten! Dies allerdings mit dem entsprechenden Zeitaufwand. Es gibt nicht viel zu berichten. Sie passen ausgezeichnet. Ein Kritikpunkt habe ich allerdings: Bedauerlicherweise fehlen mir immer die Abdeckfolien für Innen. Ich lackiere meine Klarsichtteile auch von Innen. Glücklicherweise liefert Eduard für die A-10 zwei Abdeckfoliensätze für Außen. Damit soll die Dichtung der Scheiben simuliert werden. Komischerweise sind bei einer A-10 keine Dichtungen sichtbar. Ich verwende die etwas größeren Klebefolien für Innen und die kleineren für Außen

Beide Rumpfhälften. Die linke ist noch unbearbeitet und zeigt die Befestigungselemente des Bausatzcockpits. Auf der rechten Seite sind diese schon weggefräst um den Einbau des Black-Box-Cockpits zu ermöglichen

Probeeinbau der Teile des Black-Box-Cockpits.

Ende Teil 1

Teil 2

Teile des Cockpits grundiert in Hellgrau.

Teil 3

 Teil 4

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