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Douglas A-1H Skyraider

Tamiya, 1:48

von Michael Ullmann

Historie

1943 stellte die US-Navy Überlegungen an die Flugzeuge aus der SBD (Scout Dive Bomber) - Reihe (Dauntless etc.) zu ersetzen. Douglas erstellte dafür einen zweisitzigen Entwurf mit Bugradfahrwerk und Möwenflügel, ähnlich der F4U Corsair. Dieser Entwurf trug die Bezeichnung XSB2D “Destroyer”.Noch während der Entwicklung der XSB2D änderte die Navy ihre Spezifikation. Anstatt eines zweisitzigen SBD sollte es nun ein einsitziger BT (Divebomber Torpedo Attack) sein. Die Douglas-Entwickler äderten daraufhin den Entwurf der XSB2D zur einsitzigen XBTD-1. Im weiteren Verlauf der Entwicklung und Erprobung stellte sich aber der Möwenflügel als unbrauchbar heraus. Das Projekt XBTD-1 wurde deshalb im Juni 1944 gestoppt.In einer Übernachtaktion erstellte das Douglas-Entwicklungsteam um den Chefkonstrukteur Ed Heinemann Zeichnungssätze für einen neuen Entwurf. Quasi am nächsten Morgen erhielt Douglas die Genehmigung der Navy den Entwurf weiterzuentwickeln. Dem neuen Flugzeug wurde die Bezeichnung XBT2D-1 gegeben und Douglas erhielt am 21.07.1944 der Vertrag über die Entwicklung und Bau von 25 Entwicklungsflugzeugen. Dies war nur knapp einen Monat nach Einstellung der Entwicklung der XBTD-1. Vergleicht man diese Zeiten mit denen die heute für die Entwicklung eines Flugzeuges vergehen erscheinen die damals erzielten Zeiten unglaublich kurz.Das neue Flugzeug erhielt zunächst den Namen “Dauntless II”. Der erste Prototyp hatte am 19.03.1945 seinen Erstflug. Im Februar 1946 wurde das Flugzeug in BT2D “Skyraider” umbenannt und als die Navy im April 1946 ihr Bezeichnungssystem nochmals völlig änderte wurde die Maschine als AD “Skyraider” bezeichnet. Die konstante Weiterentwicklung führte dazu, daß aus der AD die Varianten AD-1 bis AD-7 entwickelt wurden. Die Produktionszahlen im einzelnen:

AD-1 = 242

AD-2 = 178

AD-3 = 194

AD-4 = 1051 (Korea)

AD-5 (Ab 1962 A-1E) = 668 (Teilweise Neukonstruktion, da nun zwei nebeneinander sitzende Piloten)

AD-6 (Ab 1962 A-1H) = 713

AD-7 (Ab 1962 A-1J) = 72

Insgesamt wurden mehr als 3100 Skyraider gebaut.

Das Modell

Auf das Erscheinen dieses Modells hat man lange gewartet, zwar gibt es schon seit vielen Jahren das Monogram-Model im Maßstab 1:48, aber dieses ist jetzt natürlich in die Jahre gekommen. Ungeachtet des guten Bausatzes kann dieser werder in der Paßgenauigkeit, noch in der Detailierung und ganz besonders nicht in der Oberflächenbeschaffen, der Monogram-Bausatz ist erhaben geprägt, mit dem Tamiya-Modell mithalten. Daneben gab oder besser gibt es im Maßstab 1:48 noch Modelle der Skyraider von Esci und Matchbox deren Qualität aber selbst weit hinter dem Monogram-Bausatz zurückliegt. Wie wir alle wissen zählt Tamiya zu den weltbesten Modellbaufirmen und entsprechend dieses Qualitätsanspruches muß sich das Modell an den höchsten Maßstäben messen lassen. Gerade deshalb hat mich sehr verwundert, welche Zuladungsmöglöichkieten Tamiya dem Bausatz mitgegeben hat. Wie immer ist die Ausfühung der Zuladung erste Sahne. Aber die Zusammenstellung der Zuladung ist aus verschiedenen Epochen:
- Bomben des beiliegenden Typs sind im W.W. II und Korea verwendet worden, aber nicht mehr in Vietnam.
- Die HVAR-Raketen wurden auch mehr Korea, nicht mehr in Vietnam, eingesetzt
- Die kleinen Bomben sind auf Photos selten zu erkennen
- Die 2,75in Rocket tubes passen für Vietnam
- Die FFAR-Rocket-Pod’s sind die des modernen Typs, also später als Vietnam.

So ganz nebenbei handelt es sich bei den im Bausatz als 2,75in Rocket tubes bezeichnete, nicht um solche, sondern es sind M877 Bomblet-Dispenser (nachzulesen im Signal & Squadron Planes, Names & Dames III, Seite 47 und 67). Solch ein Waffen-Mix flog an einer Skyraider, welche man aufgrund der Bemalungsvarianten des Bausatzes bauen kann, nie. Ich benutze für mein Modell nur die Rocket tubes (oder besser Bomblet-Dispenser) und gab aus dem Hasegawa-Zurüstsatz Napalm-Kanister bei.

Das Photo zeigt den zusammengesetzten Rumpf. Mit Hilfe der Kreppklebestreifen habe ich den Raum begrenzt wo die Spachtelmasse aufgebracht wird, um zu verhindern das die Spachtelmasse Details und Gravuren zudeckt, die später mühevoll restauriert werden müssen. Ebenso verhindern die Klebestreifen, daß beim Schleifen wiederum Details und Gravuren der Oberfläche beschädigt werden

Der Karton und sein Inhalt

Der Karton zeigt, wie immer bei Tamiya, ein ansprechendes Deckelbild. Der Karton ist stabil und eignet sich gut zum stapeln (für unsere Jäger und Sammler). Im Boden des Kartons sind, innen abgedruckt, weitere Modelle sowie Werkzeuge und Utensilien für den Modellbau zu sehen, welche Tamiya anbietet.Der Karton ist randvoll gefüllt mit vier Kunststofftüten die insgesamt sieben Gießäste enthalten. Die Klarsichtteile sind in einem separaten Beutel verpackt, um Kratzer zu vermeiden (sehr aufmerksam und wiederum typisch Tamiya).

Das Photo zeigt das fertig bemalte Cockpit. Es ist sehr gut detailliert und benötigt nur etwas Farbe um die zahlreichen erhabenen Strukturen besser zur Geltung zu bringen.

Die Bauanleitung

Sie besteht aus einem großen Faltblatt und zwei zusätzlichen einzelnen Blättern, die alle doppelseitig bedruckt sind. Eines der zusätzlichen Blätter scheint ausführlich die Geschichte der Skyraider zu beschreiben, da das Blatt eine Zeichnung der XBTD-1 enthält, auch sind MiG 17 und MiG 21 abgebildet, was auf den Einsatz in Vietnam schließen läßt. Leider bleiben die Informationen auf diesem Blatt jedem verborgen der der japanischen Sprache nicht mächtig ist.Die Bauanleitung ist im üblichen, hohen Tamiya-Standard: Klar gegliedert, übersichtlich gestaltet und leicht verständlich. Die einzige Schwäche des Bauplanes ist, daß nicht eindrücklich genug darauf hingewiesen wird, daß man sich vorher entscheiden muß wie man die Sturzflugbremsen einbaut. Ich hatte zuerst vor die Sturzflugbremsen ausgefahren darzustellen und diese komplett mit Innenteilen montiert. Später habe ich mich entschieden die Bremsen doch geschlossen darzustellen. Nun muß ich feststellen, daß die Bremsen nicht vollständig in das Modell mehr passen, sie stehen etwa einen halben Millimeter ab. Schade, war nicht mehr zu korrigieren.Als etwas umständlich empfand ich die Farbangaben der Bauanleitung. Ohne Frage sind sie vollständig und ermöglichen den Bau des Modells ohne große Hilfe anderer Referenzen, aber sie beziehen sich nur auf das Tamiya-Farbprogramm (Auch verständlich, Tamiya will ja seine Farben verkaufen). Es werden in der Bauanleitung keine Angaben gemacht in welchem FS-Farbton die Außenlackierung ausgeführt ist. Für die unter uns die nicht über umfangreiche Referenzen verfügen, hier die korrekten FS-Nummern:
 

Grau = FS 16440 Light Gull Gray
Weiß = FS 17875 Insigna White


Bitte beachten, daß die Lackierung entsprechend der US Navy-Vorschriften Glänzend ausgeführt war. Dies beschreibt auch die Tamiya-Bemalungsanweisung.

Die Decals

Sie ermöglichen den Bau von zwei Modellen. Beide Bemalungsvarianten zeigen den Standardsichtschutzanstrich und sind reichlich farbenprächtig. Decals sind in üblicher Tamiya - Qualität, aber etwas dick.

Das Photo zeigt den Motor des Modells. Er ist ausreichend detailliert. Ich habe ihn noch verfeinert indem ich ihm einen “Black Wash” verpaßt habe, anschließend hellte ich die erhabenen Strukturen auf und gab ihm noch Zündkabel.

 

Tips zu den einzelnen Baustufen des Bauplanes:

 

Baustufe 2

Bei meinem Modell waren im Bereich des Spornrades auf der Unterseite einige Senkstellen, die gespachtelt werden müssen. Ebenso mußte ich auf der Rumpfoberseite die Klebenaht verspachteln.

Baustufe 4

Bei meinem Modell hatte ich viel Nacharbeit damit das Teil D8 (Auspuffstutzen) an den Rumpf paßt.

Baustufe 14

Bei meinem Modell hatte ich beim Einbau des Teils A12 (Laderlufteinlauf) etwas Nacharbeit, vor allem der Übergang zum Rumpf

Baustufe 15

Der Rumpftank ist am Ende innen eingekerbt. Dies läßt erahnen, daß in einem späteren Modell dieser Tank für die Buddy-Buddy-Nachtankmethode umgebaut werden kann. Hoffentlich kommt als Modell ein Doppelsitzer.

Baustufe 15

2000 lb Bombe. Stabilisierungsflossen der Bombe lassen sich nur sehr schwierig ohne Beschädigungen aus dem Gießast trennen.

Baustufe 17

Die HVAR - Raketen haben leichten Grat. Bei den FFAR - Rocket Pod’s muß man bei Zusammenbau aufpassen. Die Hälften haben Spiel und darum verschieben sie sich gerne. Nach dem Aushärten des Klebers bleiben die Hälften dann verschoben.

Mein Modell

Mir sagten die Bemalungsvarianten des Modells nicht zu. So entschied ich mich dafür von AeroMaster den Decalbogen “Air War over Vietnam Part VI” mit der Bestellnummer 48-342 zu besorgen. Dieser Decalbogen ermöglichte den Bau einer Skyraider in einem attraktiven SEA - Tarnschema mit schwarzer Unterseite.Für die von mir gewählte Bemalungsvariante fand ich sogar ein Farbphoto im Buch: “Planes, Names & Dames Vol. III” verlegt bei Squadron / Signal Publication.

Quellennachweis

- “Planes, Names & Dames Vol. III” verlegt bei Squadron / Signal Publication.

- “Skyraider in Action” Aircraft Number 60 verlegt bei Squadron / Signal Publication.

© M. Ullmann 2007

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