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American Graffiti ´32 Ford Deuce Coupe

REVELL, 1/25

von Ulrich Hoffmann

Wer sich ein bisschen für amerikanische Automobile und Lebensart interessiert, kennt bestimmt den Film American Graffiti, in dem die letzte Nacht einiger Teenager in ihrer Heimatstadt anfangs der 60iger Jahre geschildert wird, bevor der Ernst des Lebens in Universitäten, im Job oder der Army beginnt. Musikalisch untermalt wird der Film von einem Soundtrack aus den Hits der damaligen Zeit und den Sprüchen von Discjockey Wolfman Jack (spielt sich selbst). Es war die erste abendfüllende Regiearbeit von George Lucas, der später mit den Star Wars Filmen Berühmtheit erlangte.Die beste Nebenrolle wurde durch einen ´32 Ford 5-Window Coupe besetzt. In Film von der lokalen Rennsportgröße John Milner (dargestellt von Paul Le Mat) gefahren. Höhepunkt des Films ist ein Beschleunigungsrennen mit den Herausforderer Bob Falfa (gespielt von Harrison Ford!) in einem ´55 Chevy.Revell USA hat sich Ende 2000 dieser Fahrzeuge angenommen. Im Maßstab 1:25 wurden sie als Bausätze mit vorlackierten Metallkarosserien auf den Markt gebracht. Mittlerweile gibt es sie auch mit den dazugehörigen Fahrern als Figuren.

Da der gelbe Ford schon immer ein Modell ganz oben auf meiner "must-have"-Liste war, wurde er bei www.automobilminiaturen.de bestellt. Ein früherer Versuch, das Auto aus dem Revell´32 Ford 3-Window Coupe und einer Resine-Karosserie zu bauen, wurde frustiert aufgegeben. Mit den neuen Revell-Bausatz hatte ich eine weitaus bessere Basis. Natürlich gab es einige Dinge, die noch verbessert werden konnten.Motor: Der Ford wird durch einen Small-Block Motor aus dem Hause Chevrolet (typisch für einen Street Rod aus dieser Aera) angetrieben. Beatmet wird er durch vier Vergaser mit verchromten Ansaugrohren. Durch die weggelassene Motorhaube im Original und im Kit ist die Oberseite des Motors schön sichtbar und bedarf einer zusätzlichen Detaillierung: Die Ansaugrohre wurden aus polierten Aluröhrchen nachempfunden und die Vergaser wurden durch ein Gestänge und Benzinleitungen ergänzt. Im Bausatz ist die Motorenoberseite eine Einheit mit den Auspuffkrümmern. Ich habe die Krümmer vorsichtig abgesägt und die Trennlinie zwischen den Zylinderköpfen und der Ansaugplatte vertieft, damit ein vorbildgetreuer Eindruck entsteht. Die Wasserpumpe an der Stirnseite wurde mit Backofenreiniger entchromt und genau wie der Motorblock seidenmattschwarz gespritzt. Die Lichtmaschine bekam einen neuen Haltebügel. Die Kühlerschläuche wurden durch entsprechend dickes Elektrokabel ersetzt und mit Schlauchschellen aus Bare-Metal Folie ergänzt. Die Zündkabel habe ich aus 0.5mm Litze angefertigt.Rahmen und Fahrwerk: Die vorderen Rahmenhörner wurden abgesägt und durch Eigenbauten aus Sheetmaterial ersetzt um das U-Profil des Rahmens zumindest an den sichtbaren Stellen nachzubilden. Die hintere Blattfeder habe ich ebenfalls aus Plastiksheet geschnitten, weil die im Bausatz befindliche keine einzelnen Federlagen zeigte. Das Differential wurde am hinteren Rahmenquerträger belassen. Es sieht zwar nicht sehr vorbildgetreu aus, hätte aber zu Stabilitätsproblemen geführt, wenn die schwere Metallkarosse aufgesetzt würde. Die verchromte Vorderachse verlangte nach mehr Arbeit. Laut Bauanleitung hätte eine durchgehende Metallachse die Räder auf Spur halten sollen. Um dem Vorbild gerechter zu werden, habe ich die Metallachse weggelassen. Dazu mussten die Bremsankerplatten entfernt und zentrisch wieder angeklebt werden. Ebenso musste eine Spurstange aus der Grabbelkiste angefügt werden. Die angegossenen Stoßdämpfer wurden durch neue, aus Rundprofilen selbstgebaute, ausgetauscht. Die Räder liessen sich zwar jetzt nicht mehr drehen, aber zumindest war der Spielzeugcharakter des Fahrwerks verschwunden.

Karosserie und Innenraum: Wie gesagt, es handelt sich um eine vorlackierte Metallkarosse. Die gelbe Farbe wurde aber ohne Grundierung aufgebracht und ließ mangels Deckkraft an einigen Kanten das Metall durchschimmern. Ein anderes Problem rief das Dach hervor: Durch die Anbringung mittels Schrauben enstand eine häßliche Trennlinie, die unterhalb der Fenster an einer Sicke verlief. Also hieß es, das Dach fest anzubringen, zu verspachteln und die ganze Sache neu zu lackieren. Die hinteren Fenster habe ich durch klares 0.25mm Evergreen-Sheet ausgetauscht. Nun mußte ich aber die Innenraumschale zersägen, um sie von unten in die Karosserie einsetzen zu können. Vorher habe ich allerdings noch mit den Skalpell die Seitentasche in der Beifahrertür geöffnet und mit Strafzetteln, die am Computer entstanden sind, überquellen lassen Am Armaturenbrett wurde der verchromte Instrumentenhalter vorsichtig von hinten dünner geschliffen, damit die Anzeigen besser lesbar sind. Das fehlende Gaspedal wurde ebenfalls aus der Grabbelkiste ergänzt. Alles fast vergebliche Liebesmühe, weil durch die schmalen Fenster eh´ fast nichts sichtbar ist.Die Feuerschutzwand zum Motor wurde aus poliertem 0.5mm Alublech ersetzt und die darauf befindlichen Teile wie Bremskraftbehälter und Sicherungskasten wurden mit Leitungen und Kabeln verfeinert. Die vor dem Lackerieren entfernten Türgriffe und der Rückspiegel wurden wieder angebracht. Vorne am Fahrzeug bekamen die Scheinwerfer neue, dünnere Halter und der Kühler und die Kotflügel wurden angeklebt. Zuletzt bekam der Hot Rod wieder seine Nummernschilder-THX 138, eine Anspielung auf Lucas´ ersten Film, Titel: THX-1138, den er als Abschlußarbeit auf der Univeristät gedreht hat.Nun hatte ich also endlich meine Version dieses berühmten Filmfahrzeugs. Fehlt nur noch der schwarze 55´ Chevy als Gegner, aber das ist eine andere Story.

 

© 2007 U. Hoffmann

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