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Grundlegend zuerst einige Worte zum Unterschied von Spritzguß- und Vaku-Modellbausätzen.Spritzgußbausätze werden hauptsächlich von Großserienherstellern, wie Revell, Hasegawa, Tamiya, usw., hergestellt. Dazu sind teure Stahlformen erforderlich, in die erwärmtes Polystyrolgranulat unter hohem Druck eingespritzt wird.Die Bauteile können sofort, nachdem sie vom Gußast abgetrennt wurden, ohne Nachbearbeitung, verklebt werden. Der Nachteil bei diesem Verfahren sind die sehr hohen Formkosten, dem die relativ niedrigen Kosten pro Spritzling entgegenstehen. Rentabel werden die Stahlformen aber erst, wenn zig- oder sogar hunderttausende von Bausätzen abgesetzt werden können.
Die Vakubausätze werden fast ausschließlich von den Kleinserienhersteller produziert. Wobei man in der Regel auf weniger bekannte Type zurückgreift, deren Großserienherstellung sich aufgrund der geschätzen Absatzzahlen nicht rentieren würde.
Bei einem Vakumodell sind die Bauteile als Ganzes in einer Plastikplatte enthalten. Diese müßen vor dem Zusammenbau aus dieser entfernt und nachbearbeitet werden, doch dazu später.
Bei den Vakubausätzen gibt es zwei verschiedene Fertigungsmethoden:
Die ältere ist, daß eine erwärmte Polystyrolplatte direkt über eine Urform gezogen wird. Dabei spricht man vom Positivverfahren. Dieses läßt jedoch kaum Gravuren oder Details erkennen, ist in der Herstellung aber die preisgünstigere Variante. Die meisten Kleinserienhersteller gehen jedoch zwischenzeitlich zu dem als Negativverfahren bezeichneten Methode über. Dazu wird mittels der Urform eine Negativ-Gießharzform erstellt. Um die Luft aus der Form zu saugen, erhält dies an allen prägnanten Stellen dünne Bohrungen für die Luftabsaugung. Die erwärmte Polystyrolplatte wird dann in die Form gesaugt. Durch den direkten Kontakt der späteren Bauteiloberseiten mit der Negativform, bleiben alle Details erhalten. Auch sind inzwischen fast alle Kleinserienhersteller dazu übergegangen, schwer im Vakuverfahren herstellbare Kleinteile, wie Räder, Fahrwerke, Instrumententafeln, Propeller, usw., aus Epoxydharz, Zinn oder in besonderen Fällen auch als Photoätzteil, beizulegen. Das in den meisten Fällen Abziehbilder in den Bausätzen enthalten sind, ist inzwischen zur Selbstverständlichkeit geworden.
Für den Vakuanfänger empfiehlt sich ein einfacher Bausatz, dem möglichst alle Kleinteile beiliegen. Notfalls kann der Händler Auskunft geben. Auch gibt es hervorragende Umbausätze, bei den Spritzugußteile mit Vakuteile kombiniert werden. Was den Maßstab oder die Größe angeht, so ist ein Modell mit kleineren Bauteilen zu empfehlen, da bei goßen Teilen, das Planschleifen zum Problem werden kann.
Als Werkzeuge werden benötigt:
Eine große harte Holzplatte als Arbeitsfläche, ein weicher Bleistift oder wasserfester Filzschreiber, ein Skalpell oder scharfes Bastelmesser, doppelseitig klebendes Teppichklebeband, verschiedene Schleifpapiere, Polystyrolklebstoff und Klebeband.
Mit dem Bleistift oder Faserschreiber, wird in einem Winkel von 45 Grad, entlang des Bauteiles eine Linie gezogen. Sie dient später dazu, nicht zuviel Material abzuschleifen. Mit dem Skalpell oder dem Bastelmesser nun ebenfalls entlang dieser Linie das Kunststoff mit wenig Druck mehrmals anritzen. Da die Trennstelle sowieso noch geschliffen werden muß, können scharfkantige Übergänge auch aus der Platte gebrochen werden.
Das doppelseitige Klebeband dient dazu das Bauteil beim schleifen besser handhaben zu können. Dazu wird das Klebeband auf das aus der Polystyrolplatte herausgetrennte Bauteil, auf verschiedene Stellen geklebt. Mit den Fingerspitzen auf dem Klebeband läßt sich das Teil, mit leichtem Druck und in kreisenden Bewegungen, gut über das Schleifpapier führen. Hierbei ist genau auf den Rand des Bleistift oder Faserschreiberstrich zu achten.
Nachdem die Ausschnitte für die Tragflächen, den Führerraum, usw. gemacht wurden, hat man nun ein Bauteil, ähnlich dem eines Spritzgußbausatzes. Lediglich die "Locations" (Paßstifte) fehlen noch. Da kann man sich behelfen, indem man kleine Palstikstücke aus dem Abfallmaterial schneidet, und diese abwechselnd in die Bauteilhälten klebt.
Die “Hülle” des Modells wäre also somit vorhanden, doch hier kommt der enorme Nachteil eines Vacu-Bausatzes ( wenn man ihn denn “Bausatz” nennen möchte) zum tragen: nicht allen Vacu-Bausätzen liegen Kleinteile wie Cockpit, Fahrwerk usw. bei. Der Modellbauer ist also gezwungen alle fehlenden Teile selbst herzustellen, entweder scratch oder durch Verwendung von Resten alter oder anderer Bausätze, eventuell sogar durch Anfertigen von Resinteilen. Dies macht somit einen Vacu-Baussatz für einen Modellbauanfänger absolut ungeeignet, und selbst “alte Hasen” trauen sich nicht immer ohne weiteres an ein Vacu Modell. Der Aufwand und die Bauzeit für solch ein Modell sind ungleich höher als bei einem Kit “von der Stange”, hat man sich jedoch mal getraut und alles hat geklappt wird man belohnt mit einem Modell ,von dem man sicher sein kann daß nicht viele andere Modellbauer das gleiche besitzen.
In diesem Sinne
happy modelling.
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