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Messerschmitt Bf 110 C, Fujimi, 1:48
Es dürften inzwischen schon über 20 Jahre sein, dass dieser Bausatz in meinem Regal sein Dasein fristete. Erst durch die am Flughafen Friedrichshafen restaurierte Bf 110 F-2, wurde mein Interesse an diesem Flugzeugtyp wieder geweckt.Die sauber ausgeführten, versenkten, Gravuren verleiteten mich zu dem Gedanken das Modell aus der Schachtel zu bauen! Doch schon beim Cockpit mußte ich feststellen, dass es sehr spartanisch ist und die Ähnlichkeit mit dem Original eher zufällig ist. Photoätzteile von Eduard für die C/D, schafften jedoch auch keine Abhilfe. Somit sah ich mich gezwungen mir das True-Detail Cockpit zu besorgen.
Probleme bereitete mir nur die aus mehreren Resinteilen bestehende Cockpitwanne gerade auszurichten und die Anpassung an die Rumpfschalen. Doch mit ein wenig Geduld und gutem Werkzeug war auch dieses Problem zu lösen. Lediglich mit der Resin-Instrumententafel konnte ich mich nicht so richtig anfreunden. Deshalb verwendete ich die Photoätzteile, mit dem Film für die Instrumente, von Eduard. Auch die Gurte stammen von Eduard. Der Innenanstrich des Cockpits, der Fahrwerkschächte und die Innenseiten der Fahrwerksklappen erfolgte in RLM Grau 02. Die Instrumentenrahmen und Schalt- und Bedienkästen wurden in Anthrazit (Revell 9) bemalt. Die Kanonen im Cockpitboden erhielten einen Anstrich in Gunmetal mit Model-Master Polierfarben. Um die ganzen Inneneinbauten plastischer erscheinen zu lassen, streiche ich alles mit stark verdünnter schwarzer Wasserfarbe (einen winzigen Schuß Spülmittel beigeben). Nach dessen Trocknung erfolgt im Trockenmalverfahren ein "Anstrich" mit weißer, und wo angebracht silberner Farbe.Der weitere Zusammenbau geht recht einfach von der Hand. An einigen Stellen, wie z. B. den Wasserkühlern, habe ich die vorhandenen Ätzteile verwendet. Spachtel kam nur in sehr geringem Umfang zum Einsatz.
Das Modell erhielt den für diese Ära üblichen Anstrich in RML 65 Hellblau, RML 70 Schwarzgrün und RML 71 Dunkelgrün. Das Gelb unter den Flügelunterseiten ist Revell 24. Ich verwende hauptsächlich die Farben von Modell-Master, da mir diese recht realistisch erscheinen.Die Kabinenhaube wurde komplett abgedeckt. Um das lästige Abkleben der einzelnen Scheiben zu umgehen, habe ich erstmals zu den "Fast-Frames" gegriffen. Deren Verarbeitung ist recht einfach. Der erste Farbauftrag erfolgt mit der Innenfarbe, danach kommt Dunkelgrün und Schwarzgrün, jedoch muß auf das Splinterschema geachtet werden, damit es später beim Aufbringen keine Versatzstellen gibt. Dies sollte jedoch erst zum Schluß geschehen.Vor dem Auftragen der Abziehbilder erhielt das Modell noch einen Überzug mit klarem Glanzlack von Revell, damit die Abziehbilder besser haften und kein Trägerfilm sichtbar bleibt.Die Markierungen wurden teils im Negativ-Spritzverfahren aufgetragen, teils entstammtn sie der Ersatzteilschachtel oder wurden mit dem Kopierer selbst hergestellt, so auch die Spantnummern und die Schnellverschlüsse an den Motorhauben. Zum Schutz der Abziehbilder erhielt das Modell einen Überzug mit mattem Klarlack von Revell. Nun können die Fast-Frames aufgebracht werden. Sie werden mit einer feinen Pinzette von der Trägerfolie abgehoben und, damit man sie besser positionieren kann, zuerst durch ein Bad mit wenig Spülmittel gezogen. Dadurch ist es möglich die Rahmen besser auszurichten. Abschließend mit einem fusselfreien Tuch vorsichtig das Wasser wieder heraus drücken.
In diesem schon weit fortgeschrittenem Baustadium fand ich durch Zufall bei "Al Soldatino" in Mailand die Auspuffrohre von Moskit. Leider sind diese in Deutschland offensichtlich nicht erhältlich. Diese hauchdünnen Metallrohre sind auf einem ebenso dünnen Vierkantträgerrohr angebracht. Das zu lösende Problem bestand nun darin, die nicht passenden Trägerrohre in die zu kurzen und nicht ausreichen tiefen Schlitze der Motorhauben einzubauen, ohne das die Bemalung Schaden nimmt. Mit viel Geduld, ruhigen Händen, einer neuen Sägescheibe in der Minibohrmaschine und diversen Fräsköpfen, gelang endlich auch dieses Unternehmen.
Wie die Fotos zeigen, hat sich der Aufwand gelohnt und meine Bf 110 C der I/ZG76 steht doch recht schön auf dem Dioramabrettchen.
Verwendete Zurüstteile und Materialien:
Cockpit und Räder von True Detail; Importeur Preiser
Fast Frames von Squadron; Importeur Preiser
Ätzsatz Nr. E-48 056 von Eduard; Importeur AEROMODELL/Herrmann
Auspuffrohre von Moskit; kein Importeur bekannt
Farben von Modell-Master; Importeur Faller
Empfohlene Literatur: Aircraft Monograph 3, Messerschmitt Bf 110
© Siegfried Borzutzki
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