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PMC: Hallo Klemens, schön daß du für unser ”Spotlight” zur Verfügung stehst. Gleich zur ersten ( und wichtigsten) Frage: Wie kamst du zum Modellbau?
KW: Vor vielen Jahren schenkte mir meine Frau das Buch ”Christine” ( Anm.d.R: von Stephen King), welches mich von den ersten Seiten an faszinierte. Ich wollte mir so ein Auto als Modell ins Regal stellen, daher machte mich auf die Suche. Dass dieses Unterfangen viele Jahre dauern sollte war mir damals noch nicht bewusst. Da ich so ein Auto nicht fand, baute ich am Anfang Modelle aus dieser Epoche (große Heckflossen und viel Chrom) die es einfach zu kaufen gab .Aber das war nun mein Start als Modellbauer. Ich hatte zwar mal als Kind ein kleines Kriegschiff gebaut aber durch “Christine” bin ich definitiv zum Modellbau gekommen. Das eigenartige an dieser Geschichte ist - oder vielleicht die “logische Konsequenz”- dass “Christine” bis jetzt mein letztes Automodell war das ich fertiggestellt habe.In dieses Auto konnte ich all die Erfahrungen einbringen, die ich in der Zwischenzeit als “Autobauer” gesammelt hatte.
PMC: Hast du eine Vorliebe für spezielle Sparten, Themen oder Maßstäbe oder baust du ”spartenübergreifend”?
KW: Da ich ein großer Film-Fan bin baue ich meistens Modelle oder Szenen aus Filmen nach, z.B Star Wars, Batman, Herr der Ringe und andere. Prinzipiell bin ich aber auf keine ”Sparte” festgelegt, wie gesagt lasse ich mich gerne von Filmen, bestimmten Szenen usw. inspirieren. Man bekommt eine Idee, versucht das Gesehene im Modell festzuhalten. Mit den dabei empfundenen Emotionen hat man somit einen ganz speziellen Bezug zu seinem Modell und seiner Arbeit.
PMC: Wie würdest du deinen ”Level” bezeichnen? Anfänger bist du sicher keiner mehr, und du überarbeitest deine Modelle ja zum Teil auch recht massiv?
KW: Richtig, die ”Christine” z.B. ist ursprünglich ein Resin - Bausatz ( Don Holthaus, USA) der richtig heftig überarbeitet und umgebaut werden musste um zum gewünschten Ergebnis zu kommen. Anfänger bin ich sicher keiner mehr, das ist richtig, ich bin aber auch nicht der ”Freak” oder ”Nietenzähler” der grundsätzlich alles auseinander nimmt und umbaut. Andererseits habe ich aber auch keine Berührungsängste einen Bausatz so lange um zu bauen oder zu überarbeiten bis alles passt und ich zufrieden bin. Hier lerne ich gerne von anderen Modellbauern. Das erste was zu diesem Thema gelernt habe ist, dass man sich einfach trauen muss und mit Fantasie und Gefühl versuchen seine Ideen umzusetzen. Wenn es schief geht.... egal, nur was gelernt.
PMC: Worauf kommt es für dich bei einem guten Modell an?
KW: Auf die Stimmigkeit und auf den Gesamteindruck. Gerade bei meinen Dioramen ist mir sehr wichtig dass alles in sich rund und stimmig ist.........nicht zuviel, aber auch nicht zu wenig .Am Besten ist es, wenn so ein Diorama plausibel und nachvollziehbar eine Handlung erzählt. Das ist sicher das Schwerste dabei, was mir auch immer das meiste “Kopfzerbrechen” bereitet. Ist die Idee dann im Kopf fertig geht’s eigentlich ganz schnell.
PMC: Du gehst auch ab und an auf Ausstellungen und nimmst an Wettbewerben teil, was steckt dahinter?
KW: Als Erstes kommt man mal ”raus”...........ist ja auch ab und zu wichtig. Außerdem trifft man immer wieder nette Kollegen und Gleichgesinnte. Mann pflegt Freundschaften, bekommt neue Ideen, Tipps usw. Für mich ist auch wichtig zu erfahren, wo man mit seiner “Arbeit” steht. Die Reaktion der Besucher oder Kollegen auf die eigenen Modelle zu erfahren und von den vielen Modellbauern zu lernen, die besser sind als man selber. An Wettbewerben nehme ich teil wenn es sich sozusagen ”anbietet”, das heißt ich baue nicht speziell auf einen Wettbewerb hin, aber wenn an einer Ausstellung einer stattfindet und ich was Neues und Passendes dabei habe stell ich´s gerne rein. Da ist dann auch immer etwas Spannung dabei. Wenn dann sogar eine gute Platzierung, ein Pokal oder eine Medaille herauskommt freue ich mich wirklich sehr...............das ist dann eine tolle Anerkennung.
PMC: Wie lange bist du Mitglied im PMC-Bodensee und was bringt eine Clubmitgliedschaft dem einzelnen Modellbauer? Würdest du eine Mitgliedschaft in einem Club empfehlen?
KW: Ich bin PMC-Bodensee-Mitglied seit fast 20 Jahren. Eine Mitgliedschaft in einem Modellbauclub ist für einen einzelnen Modellbauer sicher aus mehreren Gründen empfehlenswert: man trifft sich mit Gleichgesinnten, kann Erfahrungen austauschen, sich bei Problemen helfen usw. Außerdem kommt man durch gemeinsame Fahrten zu Ausstellungen, Messen usw. auch mal da hin wo man alleine vielleicht nicht hin gefahren wäre. Und nicht zuletzt bekommt man als Neuling durch die Kollegen auch mal den Mut zugesprochen seine Modelle einem breiteren Publikum zu präsentieren, wie mir damals geschehen.
PMC: Was sind deine aktuellen Projekte bzw. die Projekte für die Zukunft?
KW: Nach wie vor inspiriert mich der ”Herr der Ringe” ungemein............zu meinen bereits vorhandenen Dioramen/ Szenen aus der Trilogie werden also sicher noch einige weitere hinzukommen. Aktuell baue ich an einer Szene mit einem der schwarzen Reiter, einem Diorama, in dem ich erstmals mit Magic Sclup arbeite. Das ist eine Modelliermasse, mit dem ich erstmals Wurzeln modelliere und meine Reiterfigur umbaue und ergänze. Macht bisher riesig Spass.
PMC: Herzlichen Dank für das Interview.
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