|
PMC: Hallo Michael, herzlich Willkommen zum PMC-Interview.......gleich zu Anfang die “Masterfrage”: wie kamst du zum Modellbau?
MS: Das war 1964............da hatte ich ein paar Mark Taschengeld zusammengespart, und davon kaufte ich mir bei KARSTADT eine F-101 von REVELL. Die baute ich dann zusammen mit meinem Bruder ( der hatte sich auch ein Modell gekauft, ich glaube eine F-86) wie man halt als Anfänger so baut..............mit dem beiliegenden Kleber zusammen geklebt, ohne Anmalen Decals d´rauf und fertig! Und von da weg baute ich eigentlich immer weiter, vorwiegend Flugzeuge, basierend darauf daß wir damals nicht weit weg von Nordholz ( Anm.d.R: Marineflieger-Stützpunkt) wohnten und fast täglich die “Fairey Gannet” und alle anderen Marineflieger sehen konnten. Zwischendurch hab ich auch mal in Papier gebaut, die altbekannten und ja immer noch erhältlichen “Schreiber-Bogen”, hauptsächlich Schiffe........Cuxhaven war von da wo wir wohnten auch net allzu weit weg, und da lagen natürlich jede Menge Schiffe im Hafen.
PMC: Vorliebe für spezielle Sparten, Genres oder Maßstäbe?
MS: Auch in die anderen “Sparten” hab ich mal reingeschnuppert, also mal ein Panzer oder ein Auto, aber irgendwann baute ich dann eine Albatros von Manfred von Richthofen, und seitdem bin ich bei den Fliegern aus dem 1. Weltkrieg bzw. der “Frühzeit der Fliegerei” hängengeblieben, eben alles so um 1900 – 1930. Mich faszinieren eben die Anfänge, damals war die Fliegerei ja noch ziemlich jung, vieles aus der Aerodynamik war noch nicht bekannt, musste erst erforscht bzw. ausprobiert werden, und sämtliche verfügbaren Werkstoffe von Holz über Stoff bis hin zu Metall wurden für die neusten “Errungenschaften” verwendet..........eben ziemlich abenteuerlich, das Ganze.
PMC: Wie würdest du deinen “Level” bezeichnen?
MS: Ich würde mich selbst als guten “Durchschnittsmodellbauer” bezeichen. Ein für den Modellbauer selbst “perfektes” Modell dürfte den wenigsten Modellbauern gelingen, man weiß ja immer selbst genau wo an seinem letzten “Werk” die kleinen, wenn auch versteckten, Fehler liegen. Von daher versucht man natürlich immer sein nächstes Modell besser zu machen, und mit dieser Herausforderung und Herangehensweise wächst man ja auch und lernt.
PMC: Die Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.....was macht für dich ein “gutes” Modell aus?
MS: Abgesehen davon daß es natürlich handwerklich in Ordnung sein sollte ist ein Modell für mich dann “gut” wenn es eine Geschichte hat, also eine historischen Hintergrund und dann natürlich auch dementsprechend präsentiert wird. Ein kleines Originalfoto oder ein paar technische Daten zusammen mit einer kleinen Basisplatte geben einem Modell, und sei es noch so klein oder einfach, doch gleich ein bisschen “Seele”.
PMC: Gehst du auf Ausstellungen und Wettbewerbe?
MS: Auf Ausstellungen gehe ich sehr oft und gerne........man kann sich überall, auch bei Modellbauern aus anderen Sparten, immer was abgucken, seien es verschiedene Bemalungstechniken, neue Klebeverfahren oder was auch immer........der “Lerneffekt” ist da unbestritten sehr hoch. Mit Wettbewerben hab ich´s eher nicht so, ganz einfach weil ich der Meinung bin daß die bewertenden Punktrichter nicht zu jedem Modell im Wettbewerb den ausreichenden technischen Hintergrund haben können. Die können zwar die Ausführung und Sauberkeit eines Modells bewerten, aber eventuelle Fehler an der Verspannung eines Doppeldeckers aus dem 1. Weltkrieg wird ein Punktrichter, welcher selbst hauptsächlich Panzer oder Autos baut, eher nicht entdecken, kann diesen Punkt deshalb also auch nicht “objektiv” bewerten...............und dieser Punkt wäre aber in Hinsicht auf die Genauigkeit einer “Replika eines historischen Vorbildes” doch immens wichtig, oder?
PMC: Wie lange bist du Mitglied im PMC-Bodensee?......würdest du eine Mitgliedschaft in einem Club empfehlen?
MS: Eigentlich seit Anfang an............ich wurde gleich nach der Gründung des PMC in 1980 von Siggi Bortzuzki angesprochen und bin seitdem, wenn auch mit kleinen Unterbrechungen, dabei. Mitglied in einem Modellbauclub zu sein ist für einen Modellbauer eigentlich nur empfehlenswert. Man kann sich mit seinen Clubkameraden austauschen, und man bekommt im Laufe der Zeit natürlich ein Unmenge an Tipps und Tricks die man im täglichen Modellbauerleben an seinen eigenen Werken ausprobieren kann.
PMC: Deine aktuellen Projekte bzw. Projekte für die Zukunft?
MS: Eine “Fokker D VII” und eine “Hannover C V ”, beide in 1/48
PMC: Herzlichen Dank!
|