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PMC: Hallo Thomas, herzlich Willkommen zum PMC- Interview.............und schon geht´s los: wie kamst du zum Modellbau?
TP: Das erste Plastikmodell brachte mein Vater mit nach Hause, als ich im Kindergarten war...... eine Lufthansa-707 von Revell. Am Ende musste er das Ding im Wesentlichen selber zusammen bauen, ich beschränkte mich darauf, es “fliegen” zu lassen… aber ich hatte natürlich Lunte gerochen. Flugzeuge bauen, das wollte ich auch können. Als ich in die Schule kam, habe ich das 1:72-Programm von Revell rauf und runter gebastelt. Bald haben mich dann aber ferngesteuerte Flugmodelle mehr interessiert, wobei mich immer geärgert hat, dass von tollen Lackierungen und Details nichts mehr übrig war, nachdem man seinen Flieger auf der Wiese aus einem Trümmerfeld aufklauben und in der Plastiktüte heim tragen musste... Da steht einfach die Funktion, die Flugfähigkeit, im Vordergrund, und ich war schon immer detailverliebt. Mit den sogenannten Schnellbaukästen für RC-Flugzeuge aus Joghurtbecher-Plastik und Styropor fing ich gar nichts an, meine Flugzeuge waren immer aus Holz. Ich habe einige Flugmodelle selber konstruiert und später als Student als Seminararbeit auch mal ein Visual-Basic-Programm zur Dimensionierung von Segelflugzeugen geschrieben. Das verschafft einem schon Erfolgserlebnisse, wenn’s dann funktioniert und die Maschinen nachher sogar fliegen. Heute habe ich die RC-Fliegerei ganz aufgegeben. Ich habe mir mit der Privatpilotenlizenz mittlerweile einen Jugendtraum erfüllen können, und wenn man selber im Cockpit “vorne links” sitzen kann, verliert es natürlich an Reiz, Modellflugzeuge fliegen zu lassen. Plastikmodellbau habe ich dabei immer - mal mehr und mal weniger -“nebenher” betrieben. In Studium und Referendariat war es aufgrund der Wohn-, Geld- und Zeitsituation und niederschwelligen Freizeitangeboten des anderen Geschlechts wegen oft nicht richtig möglich, aber spätestens die Mitgliedschaft im PMCB hat dieses Hobby wieder beflügelt. Mittlerweile schätze ich daran besonders den Ausgleich zum Beruf, weil ich dabei einfach ideal abschalten und “meinen Akku aufladen” kann. Ich brauche die vielseitige handwerkliche Tätigkeit, das kreative Austoben und auch das Gemeinschaftserlebnis mit meiner “Modellbaugemeinde” im Verein und auf Veranstaltungen. Außerdem bin ich geschichtlich sehr interessiert, das ergänzt sich gut.
PMC: Vorliebe für spezielle Sparten, Genres oder Maßstäbe?
TP: Meine große Liebe ist die Fliegerei, im Großen wie im Kleinen. Moderne Strahlflugzeuge begeistern mich ebenso wie Maschinen aus dem 2. Weltkrieg und davor, wobei meine absoluten Favoriten klassische Jets wie die MiG 21 oder die F-4 Phantom II sind. Ich bevorzuge die Maßstäbe 1:48 und 1:32, bin aber nicht darauf festgelegt. Die riesigen 1:24-Bausätze von Trumpeter faszinieren mich, und irgendwann ist so ein Ding dran. Auch in 1:144 habe ich mich schon versucht. Zwischendrin baue ich aber auch mal ein Schiffsmodell, wobei auch hier meine Vorliebe den größeren Maßstäben gilt.
PMC: Wie würdest du deinen “Level” bezeichnen?
TP: Mein Level ist ein Weg. Ich bemühe mich, mich bei jedem Modell zu steigern und meine Fähigkeiten zu verbessern. Ich lese gerne Bauberichte in Fachzeitschriften oder im Internet, fachsimple mit anderen Modellbauern und probiere viele Techniken aus. Grönemeyer singt “Stillstand ist der Tod” – so halte ich das auch, nicht nur im Modellbau.
PMC: Was macht für dich ein “gutes” Modell aus?
TP: Modellbau ist ein vielseitiges Hobby: Nicht nur handwerkliches Geschick, auch Kreativität, technisches Verständnis und historisches Einfühlungsvermögen sind notwendig, um ein Modell lebendig und natürlich wirken zu lassen. Ich mag keine Hochglanzmodelle, ich bevorzuge die “gebrauchte” Darstellung in glaubwürdigen Situationen. Überzeugend dargestellte Gebrauchsspuren, Rost, Kratzer, Schmutz und Beulen am Modell unterscheiden den richtigen Modellbauer vom Karosserielackierer. Zum Handwerkszeug für so ein Modell gehören nicht nur Skalpell und Airbrush, sondern auch Fachzeitschriften, Bücher und der Computer. Auch aus einem weniger detaillierten Bausatz lassen sich so Modelle mit einer großen Ausstrahlung bauen, jetzt mal unabhängig von möglichen Platzierungen in Wettbewerben gesehen. Dort liegt der Schwerpunkt natürlich anders. Wenn ich schiedsrichte, muss ich mich richtig zwingen, die Präsentation auszublenden und nur das Modell zu beurteilen. Da weiß man mit der Zeit natürlich auch, wo man hingucken muss, um Spreu und Weizen zu trennen…
PMC: Gehst du auf Ausstellungen und Wettbewerbe?
TP: Ja. Das wird für mich immer wichtiger. Der Erfahrungsaustausch ist unersetzlich, man bekommt neue Anregungen und Impulse, ich möchte nicht mehr darauf verzichten. Natürlich ist es auch ein tolles Erfolgserlebnis, wenn man einen Pokal oder eine Medaille nach Hause bringt.
PMC: Wie lange bist du Mitglied im PMC-Bodensee?
TP: Sascha ( Anm.d.R: Sascha Schmadel, PMC-Mitglied, Sparte “Schiffe”) habe ich schon länger gekannt, und als er mal bei mir war und da ein angefangenes Modell der IJN Yamato rum stand, haben wir beide festgestellt, dass wir ein gemeinsames Hobby haben und sogar gerade am gleichen Modell bauen. Sascha hat mich dann zum nächsten Clubabend mitgenommen. Dieser war am 11. September 2001, ein Datum, das man nicht vergisst. Seit dem bin ich dabei.
PMC: Deine aktuellen Projekte bzw. Projekte für die Zukunft?
TP: Derzeit liegt Tamiyas 1:48er Birdcage-Corsair auf dem Basteltisch. Ich verarbeite das Aires-Detailset, Motor und Waffenschächte sind offen dargestellt und auch das Cockpit wurde komplett ausgetauscht. Geplant ist die Darstellung einer Wartungsszene auf einem Flugzeugträger auf dem pazifischen Kriegsschauplatz. Den Impuls dazu habe ich übrigens auch auf einer Ausstellung erhalten. Als ich auf dem DPMV-Konvent 2007 die Corsair im Montagegestell von Hubert Ortinger sah, war ich restlos von den Socken vor Begeisterung und dachte mir: Wow, das ist es, das musst du bauen! Außerdem baue ich immer wieder an dem riesigen russischen Flugzeugträger Admiral Kuznetsov von Trumpeter in 1:350. Da ich Ätzteile verbaue, ist der Fortschritt recht langsam und ich muss ihn zwischendrin immer wieder mal auf den Schrank räumen, damit auch mal ein Modell fertig wird. Kaum erwarten kann ich es, bis endlich das angekündigte Schnellboot S-100 von Italeri in 1:35 erscheint. Auf meinem modellbauerischen Wunschzettel steht ganz oben, dass Trumpeter in seiner 1:24-Serie endlich einen großen Jet wie die Phantom II oder die MiG 21 herausbringt. Für so ein Modell würde ich gerne Platz in der Wohnung schaffen und mich auch vom einen oder anderen Möbelstück trennen :-) Ganz toll wäre auch eine Do 24 in 1:32, für mich eines der schönsten Flugzeuge überhaupt, aber ein Traum bisher..... leider.
PMC: Herzlichen Dank!
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