|
PMC: Hallo Chris, herzlich willkommen zum “PMC-Spotlight”..........gleich zur ersten Frage: wie kamst du zum Modellbau?
CN: Nun, zum jetzigen Zeitpunkt würde ich mich als den typischen “Wiedereinsteiger” bezeichnen. Mein erstes Modell bekam ich mit 8 Jahren von meinen Eltern zu Weihnachten, ich kann mich noch genau erinnern: das war damals, 1972, eine P-51 D “Mustang” von AIRFIX in 1/24.........die mit der blauen Nase. Die hatte einen Elektromotor für den Propeller, bewegliches Fahrwerk usw. Ich hab´ dann einige Jahre mehr oder weniger intensiv weitergebaut, querbeet..........Autos, kleine Panzer in 1/72, viele Flugzeuge...... was halt das Taschengeld so hergab. Ab 15 Jahren hat sich das dann, wie bei so vielen anderen, etwas verlaufen.............die erste große Liebe, Führerschein, Lehre usw. Ich hab dann in meinem eigentlichen Beruf als Maler- und Lackierer nach einigen Jahren den Meisterbrief gemacht, außerdem war ich schon immer Musiker und stand mit 13 Jahren das erste mal auf der Bühne und hab seitdem in wechselnden Bands immer Musik gemacht............da blieb dann neben Beruf, Bühne und Familie net wirklich viel Zeit für ein weiteres Hobby. Gegen Ende meiner “30er-Jahre” ließ ich es dann etwas ruhiger angehen und war nicht mehr soviel unterwegs..........da hab ich dann irgendwann mal einen meiner alten Bausätze ausgegraben ( ich konnte doch tatsächlich über die vielen Jahre ein paar meiner alten Schätze retten!) und wieder mit dem Modellbau begonnen. Seitdem bin ich dabei geblieben.
PMC: Vorliebe für spezielle Sparten, Genres oder Maßstäbe?
CN: Ich hab schon immer alles geliebt was mit Fliegerei zu tun hat, also hab´ ich mich im Laufe der Zeit auf Flugzeuge “eingeschossen”. Vor allem faszinieren mich die Warbirds aus der Ära ab 1940, wegen der technischen Aspekte wie den gewaltigen Motoren usw. Zur Zeit bin ich allerdings a bisserl auf dem “Jet-Trip”, und als Maßstab galt für mich schon in meiner Jugend: so groß wie möglich!........also ist “mein” Maßstab 1/32. Dieser Maßstab birgt für mich die ideale Kombination aus Auswahl an Modellen/ Bausätzen und Platzbedarf...............irgendwo muß man die Dinger ja auch lagern. Außerdem baue ich ja meine Modelle als “Cutaways” , also Schnittmodelle, und da brauch´ man zur Darstellung der technischen Details schon ein bißchen Platz im Modell, sonst wird’s einfach zu pfrimelig.
PMC: Wie würdest du deinen “Level” bezeichnen?
CN: Gute bis gehobenene Mittelklasse. Was die handwerklichen und technischen Aspekte meiner Modelle angeht kann ich sicher mit einigen bekannten Modellbauern mithalten, es gibt aber auch noch schlimmerer “Freaks” als mich was Detailierung usw. angeht. Ich bin aber ständig darum bemüht meinen “Level” weiter zu verbessern.............noch sauberer zu bauen, zu lackieren, zu detailieren. Nicht um “der Beste” zu sein sondern eher um den Spaß an der Sache zu erhalten. Man will sich ja weiterentwickeln, schaut sich hier und da was ab, probiert was Neues aus und testet auch ab und an mal aus was technisch und modellbauerisch überhaupt machbar ist usw.
PMC: Was macht für dich ein “gutes” Modell aus?
CN: Eindeutig das Gesamtbild! Eine gute Präsentation ist für mich unheimlich wichtig. Ein Modell kann noch so gut gebaut sein, wenn´s einfach so in der “Landschaft” steht, ohne Konsole, ohne Info......da machts einfach nur die Hälfte her. Das ist natürlich Geschmackssache, und über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, aber ich für meinen Teil präsentiere meine Modelle eben gern auf einer Konsole, leg ein paar Fotos und Infos über das Original bei wenn möglich und geb´ so den Besuchern einer Ausstellung auch die Gelegenheit ein paar Infos mitzunehmen.
PMC: Du gehst auf Ausstellungen und Wettbewerbe...............mit welcher Ambition?
CN: Da muß ich ganz klar sagen daß mich die Mitglieder des PMC mit ihren Aktivitäten stark beeinflusst haben. Nach meinem Wiedereinstieg in den Modellbau vor ca. 8 Jahren war ich längere Zeit der “Solo-Modellbauer”...............zwar über Fachzeitschriften und Magazine informiert, aber net wirklich “dabei”. Der PMC-Bodensee gab mir dann 2003 die Möglichkeit einige meiner Modelle als “Gastaussteller” einer breiteren Öffentlichkeit zu zeigen, und nach meinem Beitritt als Clubmitglied fuhr ich immer öfter mit zu Ausstellungen. Man findet mit der Zeit einfach Gefallen daran: man trifft die Jungs mit denen man übers Jahr nur Kontakt über Internet-Foren oder E-Mail hat, man sieht andere Modelle und lässt sich inspirieren, man ist informiert über Neuigkeiten an Bausätzen, Werkzeugen und Publikationen usw. Das Gleiche passierte mit dem Thema “Wettbewerb”: anfangs war ich nicht wirklich bestrebt meinb Modelle in einen Wettbewerb zu stellen, irgendwann macht man´s dann doch, so aus “Spaß an der Freud”, und wenn dann mal die erste gute Platzierung ´rausspringt ist man ziemlich schnell vom “Wettbewerbsvirus” infiziert. Man will sich einfach messen, wissen wo man steht, lernen was man besser machen kann usw. Natürlich sollte man das Ganze immer sportlich seh´n, immer kanns net mit einer guten Platzierung klappen. Wenn dann aber für ein Modell, an welchem man 2-3 Monate gebaut hat, eine Medaille oder gar ein Pokal herausspringt ist das eine schöne Belohnung.
PMC: Wie lange bist du Mitglied im PMC-Bodensee?
CN: Wie schon gesagt, nach meinem Wiedereinstieg in das Hobby “Plastikmodellbau” vor ca. 8 Jahren war ich einige Zeit der typische “Solist”. Ich bin dann aber nach meiner ersten Ausstellung 2003 auf der “Modellbau Bodensee” als Gast des PMC sehr schnell Mitglied geworden und kann jedem Modellbauer nur raten eine Mitgliedschaft in einem Club anzustreben. Die Möglichkeiten welche sich eröffnen sind einfach unbezahlbar: man trifft sich mit Gleichgesinnten, kann sich hier und da ein paar Tricks und Kniffe abschauen, man wird informiert was in der Modellbauszene allgemein abgeht und man kommt durch gemeinsame Fahrten zu Ausstellungen, Messen oder zu Museen einfach mal “raus”.
PMC: Deine aktuellen Projekte bzw. Projekte für die Zukunft?
CN: Auweia..............”Projekte” trifft´s ziemlich genau! Ich bin ja diesbezüglich eher der Freak und baue meine Modelle net “querbeet” sondern nach bestimmten Themen, d.h. ich hab zu jedem ”Thema” immer mindestens 3 ( manchmal mehr) Modelle geplant bzw bereits gebaut. Meine “LateWarNavyCollection” mit komplett dunkelblauen Maschinen der USA gegen Ende 1945 hab ich zwar schon zweimal auf der “Modellbau Bodensee” präsentiert, und obwohl sie mittlerweile 5 Flugzeuge umfasst – 3 Corsairs, 1 Wildcat, 1 Hellcat, - ist sie noch lange net komplett............da fehlt noch eine Avenger, eine Bearcat, eine Tigercat...............Aktueller ist noch mein “Tigermeet-Display” welches diverse Jets und Helicopter mit Sonderanstrichen der Nato-Tigermeets beinhaltet, und auch da gibt’s noch einiges zu bauen, denn die Tigermeets finden ja jedes Jahr statt und jedes Jahr gibt’s neue tolle Sonderanstriche. Ganz aktuell hab ich einen weiteren TORNADO ( zwei hab´ ich ja schon) in 1/32 von REVELL auf dem Tisch, der bekommt den Monster- Sonderanstrich der 2.Staffel aus Lechfeld von 2006 verpasst............wenn der fertig ist schau mer mal weiter.
PMC: Herzlichen Dank!
|