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Gemeinschaftsprojekt “F-16 Groupbuild”

In 2011 startet der PMC-Bodensee auf Initiative von PMC´ler Thomas Plösser nach längerer Zeit wieder ein Gemeinschaftsprojekt, diesmal ein “Groupbuild” ( frei übersetzt: Gemeinschaftsbasteln ) aus der Sparte “Luftfahrt” mit dem Thema “F-16”. Auszug aus den von den Teilnehmern festgelegten ( wenigen) Richtlinien:

Baue eine beliebige Version einer F16 im Mastab 1:48 aus einem beliebigen Bausatz unter Verwendung beliebiger Zurüstteile!

Fertigstellung bzw. Präsentation aller Modelle: Faszination Modellbau 2011 Friedrichshafen

Wir werden den aktuellen Stand des Groupbuild in diesem Bericht verfolgen / dokumentieren, hier die ersten Teilnehmer und ihre geplanten Modelle:

Tim Meyer: Kinetic F16, I Sufa, F16 C Block 25/32 527th Aggressor RAF Bentwaters

Ricardo Gonzales: Kinetic F16C Block 40 Barak, Italeri F16D Griechische Luftwaffe

Lutz Arndt: F16D Block 52 marokkanische Luftwaffe, evtl. F16 B Block 15 ADF Jordanien

Michael Ullmann: Hasegawa USAFE F16 C 512 TFS/86 TFW , Kinetic USAF IllinousANG F16 AADF 169th FS/182nd FG

Thomas Plösser:  Tamiya F16C Block 50 chilenische Luftwaffe

Sascha Schmadel: Tamiya F16N US Navy Aggressor

Christian Nanik: KINETIC F-16C Block 50 polnische Luftwaffe

Eine Übersicht der verwendeten Bausätze und der eventuell verwendeten Zurüstteile:

BuiltWithNOF

Thomas Plösser startet mit seinen Baubericht:

Mittlerweile habe ich alles genau in Augenschein genommen und den Bau begonnen. Leute, ich kann euch nach zwei Abenden berichten, dass die Tamiya-F-16 zu den aber wirklich allerallerbesten Kits gehört, die ich bislang auf dem Tisch hatte! Die Rumpfaufteilung wäre durch die komplexe Form des Originals eigentlich ja schon kompliziert genug, dazu kommt die zweiteilige Oberschale (darf man etwa auf einen Doppelsitzer hoffen?), doch bei der Probepassung rasten die Bauteile fast wie Legosteine ein. Ich habe mich entschieden, entgegen der Bauanleitung in der Rumpfunterschale zunächst den kompletten Luftkanal und den Fahrwerksschacht einzubauen, da die Anpassung leichter gehen dürfte, so lange die Teile von beiden Seiten zugänglich sind. Das hat sich dann auch bewahrheitet und der komplette Lufteinlauf ließ sich völlig spaltfrei verkleben. Die beiden Teile der Rumpfoberseite sind ebenfalls bereits zu einer großen Oberschale verklebt. Wenn man sie mit Ethylacetat von der Unterseite her verklebt und auf exakte Ausrichtung achtet, ist die Naht unsichtbar. Die Teile passen perfekt. Well done, Tamiya. Ist, wo soviel Licht ist, auch Schatten? Leider ja. Im Fahrwerksschacht und an den Hauptfahrwerksbeinen sind Auswerferpins, die sich kaum befriedigend beseitigen lassen dürften. Während die Stellen im Fahrwerksschacht später kaum sichtbar sind und ohnehin durch Leitungsgerödel kaschiert werden, sieht es an den Fahrwerksbeinen anders aus. Deshalb hab ich mir heute auf die Schnelle bei Spruebrothers das Metallfahrwerk „F-16 heavy“ von scale aircraft conversions bestellt. Der günstige Dollarkurs kommt uns Modellbauern ja sehr entgegen und die Versandkosten von 6 $ = 4,30 € stellen kaum einen Unterschied zu einem deutschen Versandhändler dar. Es dauert halt ein paar Tage länger. Und ist ein Metallfahrwerk nicht ohnehin die bessere Wahl?Im Cockpit verbaue ich das Eduard-Zoom-Set mit vorlackierten Ätzteilen. Ich finde insbesondere bei modernen Jets die Darstellung der im Cockpit dominanten Multifunktionsdisplays auf diese Art sehr überzeugend. Die große Herausforderung liegt aber darin, den Farbton der Ätzteile bei der Lackierung genau zu treffen, sonst sieht man den Übergang von Kunststoff zu Ätzteil, das geht nicht ohne Mischen. Die Passgenauigkeit der Ätzteile ist gut.

Mittlerweile habe ich den Rumpf geschlossen. Passt alles tadellos! Typisch Tamiya sind die Befestigungen des Seitenleitwerks mit Schrauben. Sehr solide, Passstifte aus Metall, da wird die senkrechte Ausrichtung der Teile wohl kein Problem werden. Auch das mit der Rumpfunterseite verklebte Cockpit passt nahtlos an die Rumpfoberschale. Der Triebwerkslufteinlass ist innen bereits weiß lackiert, allerdings ist die Lippe des Big-Mouth-Einlasses noch nicht verklebt. Sie hat eine andere Farbe, da erspare ich mir das Abkleben und lackiere separat. Geht, da auch dieses Bauteil nahtlos passt und nichts verschliffen werden muss. Abgeschlossen wird der Luftkanal von den schönen Resin-Triebwerksschaufeln aus dem Eduard-Set. Ob das nachher jemand sieht? Da muss man schon ziemlich um die Ecke gucken und dunkel wird’s auch da drin…

Michael Ullmann´s erste F-16: Modell ist halb fertig aus dem Nachlass eines  verstorbenen Modellbauers übernommen, mit der Lackierung begonnen, typischer F-16-Tarnanstrich. Herausforderung: Lufteinlauf maskieren.

Michael Ullmanns erste F-16 ist fertig!

Thomas Plösser hat ebenfalls Baufortschritte zu vermelden:

Und weiter geht’s! Spät, aber zum Glück rechtzeitig bemerkt: die chilenischen F-16 führen einen Bremsfallschirm, den der Tamiya-Kit nicht hat. Die Wurzel des Seitenleitwerks sieht damit signifikant anders aus. Abhilfe kommt von Wolfpack aus Korea in Form von WP 48023 „Dragchute Housing“. Der Rest war mit Säge und Sekundenkleber schnell erledigt. Im Fahrwerksschacht wurden noch ein paar Bleidrähte verlegt und dann das SAC Metallfahrwerk montiert. Der Litening-Laserpod kommt ebenfalls von Wolfpack. Eine passende Aufhängung liegt dem Bausatz als „nicht zu verwendendes Bauteil“ bei. Schnell ist die Maschine lackierfertig, den viel zu versäubern gibt es nicht. AOA-Sensoren und Pitotrohr von Master passen ohne Nacharbeit in die Passungen der Bausatzteile. Begonnen wurde mit dem Radom und den dielektrischen Flächen, die dann abgeklebt wurden. Das Tarnschema auf der Oberseite wurde mit schwebenden Masken aus Pappe aufgetragen, so dass sich ein gleichförmiger, weicher Übergang der Farbgrenzen ergibt. Zur Erstellung der Masken wurde ein Farbprofil der Maschine aus dem Internet mit einem Bildbearbeitungsprogramm auf die Größe des Modells skaliert, ausgedruckt und auf Pappe übertragen. Verwendet wurden Farben von Xtracolor, die mit Terpentin verdünnt wurden.

So, geschafft! Die Decals aus dem Set „Vivacious Vipers II“ von Zotz lassen sich einwandfrei verarbeiten. Allerdings liegen zwar die Markierungen für die Luftbetankungsklappe in sämtlichen Farbtönen bei, nicht aber die Walkways, die kommen aus der Grabbelkiste. Die Alterung erfolgte mit allem, was der Haushalt hergibt: Ölfarben, Bleistift, Farbpigmente von verschiedenen Herstellern, der Mattlack ist von Marabu, der billige aus dem Baumarkt… J Hierbei achtete ich darauf, es nicht zu übertreiben, denn die Maschinen sind noch nicht alt und wirken auf Fotos immer gepflegt. Allerdings schmuddelt die F-16 eigentlich immer aus den Scharnieren der Landeklappen, das habe ich berücksichtigt.Der Tamiya-Bausatz enthält neben Sidewinders und AIM-120 zwei HARM-Lenkwaffen, die in Chile m. W. nicht eingeführt sind. Weil ich eine voll gerüstete Maschine darstellen wollte, nahm ich zwei Paveway II aus einem anderen Bausatz, zu denen mit dem Litening-Pod von Wolfpack ja schon der passende Zielbeleuchter installiert ist. Die „Remove-before-flight“-Fähnchen sind willkommene Farbkleckse, sie sichern nur noch die notwendigsten Stellen wie z. B. die Abwurflasten oder das Fahrwerk und werden von den Warten erst kurz vor dem Start gezogen. Das letzte I-Tüpfelchen bilden die Statik-Entlader an Tragflächen und Leitwerk. Wenn schon die Befestigungspunkte angegossen sind, wollte ich sie auch komplett darstellen und verwendete dafür dünnsten Kupferdraht. Trägt schön zum Gesamteindruck des Flugzeugs bei, sie sollten aber wirklich erst ganz zum Schluss befestigt werden und das am besten an einem Tag, an dem die Familie aus dem Haus ist…

Fertig? Nicht ganz, denn zu unserem Group Build gehören gemeinsame Präsentationsplattformen, die noch nicht da sind. Das ultimative Schlussfoto auf dem Rollfeld kommt also noch. Trotzdem ist jetzt erstmal „Cut“: Hat Spaß gemacht, ein toller Bausatz mit schöner Detaillierung und sensationeller Passgenauigkeit. Vom Fahrwerk sieht man nicht mehr viel, wenn man das Modell nicht auf den Rücken legt. Rückblickend würde ich deshalb die Resin-Schubdüse und den Quickboost-Schleudersitz sowie die Messingteile von Master als die sinnvollsten Zubehörteile betrachten. Alles andere richtet sich nach der gewünschten Version und bedruckte Ätzteile sind eine Frage der Philosophie – ich stehe dazu. So, nun bin ich gespannt, wie viele „Vipers“ bis November noch auf Kiel gelegt werden!

Lutz Arndt´s Beitrag zum F-16 Groupbuild:

1. Zwischenbericht Kinetic F-16D Block 52 marokkanische Luftwaffe

Die Wahl meines Beitrages für den group build fiel nicht schwer. Zum einen ist die marokkanische Luftwaffe der neueste F-16 Nutzer, der zudem auch noch ein neues Tarnschema verwendet. Zum anderen hatte ich einen Kinetic Bausatz der F-16D Block 52 (mit Markierungen für Singapur) bereits in meinem Bestand. Dieser enthält alle erforderlichen Teile. Da ich das Modell evtl. auch im IPMS (UK) Wettbewerb in der Kategorie "standard kit" vorstellen werde, sind keine weiteren Zurüstteile vorgesehen. In dieser Kategorie ist es erlaubt Pilotenfiguren und Abziehbilder zu verwenden, die nicht im Bausatz enthalten sind.
Der bisherige Bauverlauf in Stichworten:

  • Nachdem ich zunächst nur zwei Fotos der Originalmaschinen aus der Zeitschrift "Air Forces Monthly" kannte, liegen mir nach etwas Recherche im Internet mittlerweile fast ein Dutzend Bilder der ersten Ein- und Zweisitzer vor, aus denen der Verlauf des Tarnschemas gut zu erkennen ist.
  • Nach dem Durchschauen der mir verfügbaren Abziehbilder der marokkanischen Luftwaffe war das Ergebnis, dass bei genauer Betrachtung die meisten nicht korrekt bzw. zu sehr vereinfacht waren. Ich habe mir daher von Fritzsche-Modellbau abgewandelte Abziehbilder drucken lassen, die nun weitgehend dem Original entsprechen.
  • Der Kinetic Bausatz weist sehr schöne Oberflächen auf, ist aber, dadurch das Kinetic aus den Formen fast jede Version der F-16 A bis I anbietet, relativ stark zerstückelt. Das erhöht die Anzahl der Bauteile unnötig und nicht alle Teile habe eine Passgenauigkeit, die ein Nacharbeiten überflüssig machen würde. Eine Stärke des Bausatzes ist dafür die sehr reichhaltige Auswahl an Außenlasten.
  • Ärgerlich fand ich die Trennung der oberen Rumpfhälfte in einen vorderen und einen hinteren Teil. Hier blieb bei meinem Modell eine für meinen Geschmack viel zu breite Trennlinie sichtbar, so dass ich mich entschlossen habe, diese zu verspachteln. Wie man an Thomas Plössers Modell der chilenischen F-16C sieht, ist das bei dem Tamiya Bausatz, der die gleiche Trennlinie hat, nicht nötig.
  • Da der Bausatz keine Figuren enthält, ich aber gerne in meinen Modellen Pilotenfiguren verwende, wurden von mir zwei Hasegawa F-4 Piloten auf Kinetic F-16 "umgeschult". Diese passen von der Größe recht gut in das Modell (1:48 Figuren haben z.T. recht unterschiedliche Dimensionen) und waren, nach einer geringfügigen Anpassung der Beine, gut in das Kinetic Cockpit hinein zu bekommen.

  • Fortsetzung folgt
  • Finale

    Rechtzeitig zur “Faszination Modellbau 2011” wurden die allermeisten der gemeldeten Groupbuild F-16 fertig, präsentiert wurden die Modelle in einem von Thomas Plösser organisierten Display. Im Rahmen des am Messe- Samstag abgehaltenen PMC-Wettbewerbs wurden die F-16 des Groupbuilds von den Wertungsrichtern in einer Sonderkategorie bewertet und prämiert.

    F-16, Chilenische Luftwaffe, T. Plösser

    F-16, Griechische Luftwaffe, R. Gonzalez

    F-16, Israelische Luftwaffe, R. Gonzalez

    F-16, Jordanische Luftwaffe, L. Arndt

    F-16, Polnische Luftwaffe, C. Nanik

    F-16, Sonderanstrich “1000 hours”, Italien

    F-16, Sonderanstrich “Tigermeet”, Belgien, C. Nanik

    F-16, Türkische Luftwaffe, Z. Tatan

    F-16, Türkische Luftwaffe, Z. Tatan

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